Ich habe vor einigen Wochen zwei neue internationale Team-Mitglieder zu uns nach Frankfurt eingeladen, damit sie das Team kennenlernen. Die beiden wurden an den zwei Tagen herumgereicht und so richtig mit Informationen angefüllt. So war es nur fair, dass wir am Abend mit ihnen nett Essen gingen um auch ein wenig für die soziale Anbindung zu sorgen. Nachdem das Wetter prächtig war, waren wir direkt am Main im Lokal „Blaues Wasser“, das vor einigen Jahren vom Bordell zu einem Strandrestaurant umgewandelt wurde. Das Interieur und die eine oder andere Gogo Stange erinnern noch an frühere Zeiten.

Der Abend war, wie gesagt, herrlich und wir haben auf der Terrasse das sehr gute Essen genossen. Dazu wurde uns vom Kellner zunächst ein Sauvignon Blanc aus Neuseeland empfohlen, wo im Nu ein paar Flaschen weg waren. Muss wohl an den warmen Temperaturen gelegen haben.

Zum Hauptgericht habe ich dann aus der Weinkarte einen interessant klingenden Rotwein „The Banished“ von „19 Crimes“ aus Süd-Australien bestellt. Der Kellner war ob meiner Wahl hellauf begeistert. Der Wein ist ein richtiger „crowd pleaser“. Vanillig, fruchtig, üppig, aber auch mit recht wenig Tiefgang. Aber – wie gesagt – sehr gut passend für einen geselligen Abend.

Richtig spannend wurde es aber, als der Kellner mit einer neuen Flasche und seinem gezückten Handy gekommen ist und mittels einer eigenen – kostenlosen – APP (Living Wine Labels) und „augmented reality“ das grundsätzlich schon sehr spezielle Weinetikett plötzlich zum Leben erweckt hat.

Sehen Sie aber bitte selbst:

(Das Video ist übrigens nicht von mir).

Man kann sich vorstellen, dass wir einigermaßen überrascht und ziemlich beeindruckt waren. Ziemlich spooky, aber auch eine sehr coole Idee!!

„19 Crimes“ kommt übrigens daher, dass im 18. Jahrhundert für 19 Verbrechen britische Staatsbürger zwangsweise nach Australien (damals eben eine britischen Kolonie) verbannt (deswegen wohl auch „The Banished“) wurden. Die meisten Sträflinge überlebten die beschwerliche und gefährliche Reise im Laderaum des Gefangenenschiffs nicht, aber jene, die letztendlich in Australien ankamen waren dort Pioniere und haben die neue Welt mitaufgebaut und geprägt. Die lebenden Etiketten aller „19 Crimes“ Weine erzählen die Geschichte von einigen dieser Personen.

Wenn Sie mal Gäste zum Staunen bringen möchten, dann kann ich Ihnen diese Weine, die noch dazu allen gut schmecken, absolut ans Herz legen.