…äh natürlich Champions du Monde! Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ist Geschichte. “Endlich” werden manche sagen. Immerhin ist es nicht nur das größte Sportereignis weltweit, es ist auch mit über 3,5 Jahren Dauer (wenn man von der Qualifikation bis zur Endrunde rechnet) mit Abstand das längste. Das kann einem (oder eher gesagt einer) dann auch schon mal auf die Nerven gehen. [Kleine Anmerkung an meine Frau. Die Qualifikation für die WM in Katar startet übrigens im Herbst :)] Mir nicht, und ich fühle gerade eine Art Post-WM-Depression. Die österreichische Fußball-Bundesliga geht aber gottseidank eh bald los, aber das ist eigentlich eine andere Geschichte bzw. ein anderer Sport. Egal, nach 1998 wurde die Équipe Tricolore nun zum zweiten Mal verdienter Weltmeister. 

Man darf davon ausgehen, dass eine Weltmeisterschaft in Sachen Rotwein den Titel schon zigmal nach Frankreich gebracht hätte. So war es für mich Ehrensache, beim Finale einen französischen Rotwein zu öffnen. Es sollte ein richtig Guter sein, was jetzt bei dem Angebot überhaupt kein Problem darstellt. Man muss halt üblicherweise ins „G’sparte einefoan„, da die Franzosen – im Bewußtsein ihrer Überlegenheit – einen Transfer einer ihrer Stars vom Weingut ins das Glas des Konsumenten nicht für einen Pappenstiel über die Bühne gehen lassen. Das war aber nicht mein Plan. Nein, eine junge, unbekannte Perle musste her, vergleichbar einem 16-jährigen Messi.

Das bedarf aber erheblichen Scoutings, und – obwohl man den Markt eigentlich ganz gut kennt – muss man wohl oder übel auch auf Scoutingexperten zurückgreifen und deren Expertise zu Rate ziehen. Einer dieser Scouts ist ein gewisser René Gabriel. Ich bin nach den Semifinali ein wenig durch seine Verkostungsnotizen gegangen und plötzlich springt mir nach einer unglaublichen Lobhudelei über einen Bordeaux, dessen Namen ich bisher noch nie gehört habe, folgender Satz ins Auge: „Und je weniger Leute es merken, desto besser ist es für jene Freaks, die solche Verkostungsnotizen ganz genau lesen!“  Ich fühle mich aufgrund des „Freaks“ ertappt und geehrt gleichzeitig und richte meine volle Konzentration auf den beschriebenen Wein. Château Branas Grand-Poujeaux Moulis Cru Bourgeois 2014. 18/20 Gabriel Punkte. Im Fachhandel unter EUR 30,- zu haben. Keine zwei Stunden später war der Wein im Klimaschrank und ich war bereit fürs Finale.

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Kurzum. Wenn man solche Qualität in der dritten Reihe hat, ist es wahrlich kein Wunder, wenn man Weltmeister wird. Dunkel(beerig), strotzt nur so vor Kraft, zeigt aber auch schon (technische) Eleganz und Finesse. Vielleicht noch etwas ungestüm, aber in zwei-drei Jahren einfach absolute Weltklasse.

Fazit. Wer gescheit ist, legt sich eine Kiste in den Keller und trinkt ab 2020 jedes Jahr eine Flasche. Die letzte dann beim WM Finale 2026 in Katar, das übrigens am vierten Adventsonntag stattfindet.

 

 

 

 

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