Ich habe lange überlegt, ob ich diesem Blogartikel nicht den Titel „Saukalt“ geben soll. Gerechtfertigt wäre es allemal! Jeder, der in den letzten Tagen die Nase rausgehalten hat, hat nämlich genau das gedacht. Außer vielleicht die Eisbären in Schönbrunn, die das Wetter aktuell wahrscheinlich ziemlich „cool“ finden. Ich habe mich gestern in aller Herrgottsfrüh auf den Weg nach London begeben und der ansonsten wohl unverwüstliche Mercedes des Taxlers hat einfach aufgegeben. Bei minus 11 Grad auch kein großes Wunder.

Ich habe es dennoch nach London geschafft, wo sämtliche Fernsehstationen über „The Beast from the East“ berichten, das schlussendlich London auch in ein wunderbares Winter-Wonderland verwandelt hat. 5cm Schnee, die die Stadt in ein völliges Chaos gestürzt haben. Ob ich es heute Abend wirklich ohne Probleme zurück nach Hause schaffe, wird sich noch weisen.*

Die sibirische Kaltfront hat also seit Tagen ganz Europa in ihren “saukalten” Fängen. Was kann man da schon groß tun, als den Winter so gut es geht zu genießen (und z.B. mit der Kleinen Rodeln gehen), daheim die Heizung ordentlich aufzudrehen und einen grandiosen Rotwein zu genießen? Genauso haben wir es am Samstag gemacht. Nach einer Rodelpartie im Prater haben wir uns etwas gekocht und ich zauberte einen ganz dicken Brummer aus dem Weinklimaschrank: einen Hochberc Blaufränkisch 2009 vom Weingut Gesellmann, der vom Falstaff mit nicht weniger als 96 Punkten versehen wurde und somit zu den höchstbewerteten österreichischen Rotweinen aller Zeiten gehört.

Aus dem Glas strömte mir schon eine unendlich fruchtig-würzige Nase entgegen. Zu Beginn noch etwas verhalten, wurde der Hochberc dann ein – noch von jugendlicher Röstaromatik geprägtes – hedonistisch, schönes,geiles und üppiges Spaßteil, mit einem unendlichen Abgang, der wohl (ohne Zähneputzen oder sonstigen Nahrung) auch Tage später noch am Gaumen wäre. Irres Zeug!! Den würde ich gerne über die nächsten vier Jahrzehnte jedes Jahr einmal trinken.

Bekommen habe ich den Hochberc über willhaben.at um sagenhafte EUR 15,- als Teil eines Gesamtpakets. Wert ist der Wein wohl das Dreifache und ich habe kurzerhand beschlossen diesen Differenzbetrag (etwas aufgerundet) der Caritas für ein „Gruft Winterpaket“ zu spenden. Damit wird einem Obdachlosen ein Schlafsack und eine warme Mahlzeit zur Verfügung gestellt. Details dazu findet der geneigte Leser hier: https://www.gruft.at/gruft-winterpaket/

 

*Dieser Text ist gestern entstanden. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich es nicht aus London raus geschafft habe, sondern eine ziemliche Tortur hinter mich gebracht habe und mit insgesamt 11 Stunden Verspätung heute in Wien angekommen bin.

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