..oder der vierte und letzte Teil der Lachtal-Saga. Wie der geneigte Leser weiß, hatte es der Lachtalurlaub in seinen ersten Tagen durchaus in sich und wir glänzten nicht immer mit unseren Auftritten auf diversen Straßen bzw. Liften. Wo wir jedoch keinerlei Schwächen zeigten, war am Abend beim gemütlichen Zusammensitzen.

Der geübte Mathematiker kann recht schnell errechnen, dass bei 15 vorhandenen Flaschen und fünf Abenden ein Schnitt von drei Flaschen pro Abend recht gut hinkommt, damit ich – wie meiner Frau versprochen – keine Flasche mehr zurück nach Hause transportieren muss. Meine Schwager (im Geiste wilde Jungspunde!) und ich waren etwas übereifrig und so ergab eine kleine Inventur am Morgen des vierten Tages, dass nur mehr fünf Flaschen zur Verfügung standen. Rasch war klar: heute drei und morgen zum Abschluss dann die letzten beiden. Ja, so war der Plan.

Am Abend haben wir mal locker flockig mit einem Bordeaux (Chateau Tour du Cauze 2011) begonnen, der uns mit seinem Charme gleich in einen schönen Trinkfluss versetzt hat. Dann ging es Schlag auf Schlag. Irgendwie hatte ich – ohne das wirklich so geplant gehabt zu haben – scheinbar die besten Weine zurückgehalten und die Qualität wurde immer besser. (Vielleicht habe ich doch unterbewußt gehofft, dass ich die eine oder andere Flasche vor den gierigen Schlünden der Familie retten kann.)

Die XI Grande Reserve 2011 vom Weingut Maria Kerschbaum war eine üppige und mollige Granate (Vanille!) und machte uns richtig scharf. Als (vermeintlichen) Abschluss und Höhepunkt gönnten wir uns danach den Gabarinza 2013 vom Heinrich. Ganz großer Stoff und somit absolut ein Höhepunkt, aber sicher kein Abschluss. Nach einer ganz kurzen Diskussion einigte man sich darauf, dass wir doch noch eine vierte Flasche trinken, uns den Spitzerberg 2011 als krönendes Finale für den letzten Abend aufheben, und dafür eben noch schnell den Pannobile 2013 vom Claus Preisinger als Betthupferl zischen.

Da haben wir aber die Rechnung ohne den ungehörigen Trinkfluss des ungehörig zugänglichen Pannobile gemacht und wir unterschätzten auch ein wenig unseren „Durst“, der wohl vom vielen Blödsinn reden gekommen sein muss.

Die Flasche war in Windeseile leer und es gab eine heftige Diskussion, ob man nicht auch gleich Nägel mit Köpfen – und dem Weinvorrat ein Ende – machen sollte. Am Ende gab es eine solide Zweidrittelmehrheit und auch das anfangs noch negativ eingestellte Drittel ließ sich nicht extrem lange bitten und war mit leuchtenden Augen dabei, als der Korken aus der Flasche gezogen wurde.

Der Spitzerberg 2011 vom Weingut Muhr-van der Niepoort war schlichtweg grandios. Ein perfekter Wein, der als dichter Blaufränkisch mit Eleganz, Finesse und ungemeiner Tiefe überzeugte und im Gegensatz zu vielen anderen Blaufränkisch nicht mit (oftmals oberflächlicher) Breite. Es war tatsächlich ein perfekter Abschluss, wenngleich der Wein es auch verdient hätte, dass bei seinem Genuss ein intellektuellerer Diskurs stattgefunden hätte und nicht das Geschwafel, das wir abgeliefert haben. Aber so eine Flasche kann sich seine Trinker halt nicht aussuchen…

So ging es dann nach einem komplett Wein-losen letzten Abend letzendlich ohne Weinkisten und ohne Dekanter (der freundlicherweise ein neues Herrchen gefunden hat) zurück nach Wien.

Schön wars, gut wars! Bis zum nächsten Jahr.

Die Besten:

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