…oder der 3. Teil der der Lachtal-Saga! Nachdem ich langsam über meine autofahrerischen Schwächen bei der Anfahrt in unser Quartier hinweg gekommen bin, konnte ich dann doch die wunderbaren Pisten und den sensationellen Schnee genießen. Es war mein erster Auftritt auf Ski seit vier Jahren und es zeigte sich wieder einmal, dass man das einfach nicht verlernt. Toni Sailer-mäßig, oder sagen wir besser Karl Schranz-mäßig (immerhin eine ÖSV-Größe, die noch nicht in Verruf geraten ist), zog ich die Schwünge durch den Pulverschnee.

Neben den genialen Verhältnissen und der lachenden Sonne hat dann aber auch noch meine Gattin für einen Höhepunkt des Urlaubs gesorgt. Als sich nämlich bei einer geplanten Bergfahrt der Sessellift gerade in Bewegung setzte  und ich mich schon mal schön gemütlich hinsetzte, hatte sie sich in der Zwischenzeit ganz zwangslos von beiden (!) Ski befreit. Der eine Ski blieb überhaupt einfach bei der Einstiegsstelle stehen und der zweite fiel nach zwei bis drei Metern runter. Große Aufregung und große Augen allerorts. Der Liftwart hat die Bretter zusammengesammelt und dann einem nachfolgenden Skifahrer am Sessellift zum gnädigen Transport in die Hand gedrückt.

Was war geschehen? Nix Genaues weiß man eigentlich nicht. Wir brachten nach einer Lachtal3-1unfallfreien Talfahrt die Ski zu einem Sicherheitscheck in den Skiverleih zurück, wo jedoch kein Material-Fehler festgestellt werden konnte. (Ich gehe ja von einem Anwender-Fehler aus, würde mich aber nie trauen, das meiner Frau ins Gesicht zu sagen.)

Wie sich der geneigte Leser vorstellen kann, hatten wir es insgesamt sehr lustig und der „Schock“ musste erstmal mit einem zünftigen Besuch in einer Hütte verdaut werden. Dort gab es Bauern-Tequila, ein Teufelszeug, wo man statt der Orange oder Zitrone Speck mit Kren serviert bekommt. Fazit: der zweite ist besser als der erste, und der dritte besser als der zweite.

Lachtal3Am Abend wurde dann weniger über den kleinen Fauxpas meiner Holden diskutiert, als viel mehr – und durchaus kontrovers – über die beiden mitgebrachten Alt-Weine, die wir gegeneinander verkostet haben: Rosi Schuster C.M.B  und Juliana Wieder Sempre, beide aus dem sehr guten Rotweinjahr 2002.

Die Einschätzung und Bewertung der Weine ging massiv auseinander. Der eine Schwager hat – mit angewidertem Gesicht – jeweils nur halbes Glas getrunken und dann (ganz schön lange) auf etwas „Besseres“ gewartet. Der andere Schwager war vom CMB so begeistert, dass er gleich romantische Gefühle für die Rosi Schuster entwickelt hat, was widerum seine Frau gegen den CMB aufgebracht hat. Meine Frau war von beiden Weinen weniger angetan und ein Neffe hat den Sempre als seinen Favoriten entdeckt. Ich war eigentlich mit beiden Weinen ganz zufrieden, mit einer leichten Präferenz für den Sempre gegenüber dem CMB. Schön gereifte Altweine, die mit ganz anderen Attributen glänzen als die wilden und forschen Jungspunde, die man üblicherweise trinkt.Lachtal3-2

Wie dem auch sei. Über unsere unterschiedlichen Geschmäcker ließ es sich trefflich streiten und es entstand eine recht angeregte Diskussion. Letzendlich war es aber auch eine Bestätigung, dass das Trinken von älteren Weinen eine gänzlich andere Sportart ist, als das Verkosten von Gewächsen, die erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen, wie z.B. der Weninger Hochäcker 2014, den wir dann als Abschluss und Gegenstück zu den Alten gezwitschert haben und der einhellig Zustimmung erhalten hat.

 

 

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