…oder der zweite Teil der Lachtal-Saga. Wir sind also frohen Mutes und vollgepackt mit Skizeug, Weinkisten und Dekanter von Wien in die Steiermark aufgebrochen. Die Stimmung im Auto war ausgezeichnet (unsere kleine Tochter hat schon vor Wochen ihren Trolley gepackt und täglich mit mir den Schneebericht gecheckt) und auch der Verkehr war – zu Beginn der Semsterferien – recht flüssig. Das leichte Schneetreiben wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen, immerhin war man ja auf dem Weg in den Skiurlaub, ned woar?

Mit jedem Kilometer den wir hinter uns gebracht hatten, wurde auch die Landschaft winterlicher. Herrlich! Knapp vorm Lachtal lag dann richtig Schnee. Nicht nur neben sondern auch auf der Straße, die immer mehr zu einer Piste wurde. Mir wurde ein wenig unwohl, da ich im Hinterkopf noch die Worte des Mechanikers vom Midas hatte: „Die Winterreifen gehen gerade noch, aber für echte Bergpässe sind sie nicht mehr unbedingt geeignet.“

Unsere Unterkunft lag auf etwas mehr als 1600m am Ende einer Sackgasse und dementsprechend winterlich war auch der Zustand der Straße: glatte Schneefahrbahn mit Neuschnee drauf.  Ein paar Ungarn waren schon hängen geblieben und auch bei uns wurde es bereits auf den ersten Metern der Auffahrt Richtung Hotel mehrmals knapp, bis zum Schlussanstieg (den die Ungarn, die inzwischen Ketten angelegt hatten, locker bewältigt haben). Es kam, wie es kommen musste. Nichtmal Niki Lauda hätte das hinbekommen. Nein, es lag sicher nicht an mir, denke ich. (Meine Frau denkt anders!) Trotz mehrmaligen Versuchens haben wir es nicht geschafft und sind lächerliche 10 Meter vorm Parkplatz im Schnee hängen geblieben. Ein wenig peinlich, aber die familiäre Rettung – in Form unserer Reisekumpanen, die ein paar Minuten nach uns im Lachtal angekommen sind – stand glücklicherweise plötzlich hinter uns. Der Spott war mir sicher, aber mit vereinten Kräften haben wir es dann geschafft, auch unser Auto in den Parkplatz zu manövrieren bzw. zu schieben. Die Boliden meiner Schwager sind mir nichts, dir nichts raufgeflitzt und haben mich doch ziemlich beschämt zurückgelassen.

Später am Abend wurde zunächst mit zwei Flaschen Sekt (Szigeti Prestige Brut und einem Goldbarren-Sekt mit Blattgold drinnen) auf den gemeinsamen Urlaub angestoßen. Weintechnisch durften zwei alte Bekannte aus dem Vorjahr gegeneinander antreten, die – nachdem ihre Performance im letzten Jahr überschaubar gut war – eine zweite Chance verdient hatten. Eine David’s Show Reserve 2009, die von mir im letzten Jahr als eher hart und unzugänglich bewertet wurde, und ein Rosenberg 2009 vom Markowitsch der bei einem Restaurantbesuch meine hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Vielleicht lag es an der Höhe (die ja bekanntermaßen die Geschmacksnerven beeinflußt), vielleicht an der entspannten Stimmung, vielleicht waren beide Weine diesmal einfach besser in Form oder vielleicht war es auch irgendwie alles gemeinsam. Wie dem auch sei, beide Weine waren erstklassig. Die Show vom David zeigte wieder enorme Kraft und Struktur, war aber schön zugänglich und der Rosenberg zeigte sich als ganz feiner und eleganter Speisenbegleiter zum (weniger eleganten, aber dafür feinen) Gulasch. Als Betthupferl gönnten wir uns dann noch einen Dornenvogel 2013 vom Weingut Glatzer, der uns müde – aber mit voller Vorfreude auf das Skifahren – ins Reich der Träume schickte.

Ein perfekter Auftakt für das, was noch kommen sollte…

Einsatz: EUR 12,- (David’s Show) und EUR 15,- (Rosenberg), beide über willhaben.at
Gewinn: 1-2; Zwei ausgezeichnete Rotweine, die noch über Jahre Spaß machen

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