Es wird den geneigten Leser jetzt nicht wirklich überraschen, dass es gar nicht so leicht ist einen Weinblog-Artikel zu schreiben, wenn man keinen Wein getrunken hat. Die ersten Tage des Jahres 2018 war ich äußerst asketisch. Das hat jetzt überhaupt keinen spezifischen Grund (ich habe z.B. keinerlei Neujahresvorsätze) sondern hat sich einfach so ergeben. Dann muss man halt auch mal über etwas anderes schreiben, z.B über etwas was mich in den letzten Tagen berührt und erfreut hat.

Mit meinem Geburtsjahr 1976 bin ich ein richtiges Kind der 80er Jahre und ich bin es – drei Jahrzehnte später – in einigen Dingen bis heute. Gottseidank weder bei der Kleidung oder gar Frisur (da muss ich an die sensationelle Dauerwelle meines Bruder denken!), aber sehr wohl bezüglich Musik. Es war ein Jahrzehnt mit (teilweise) großartiger Musik und auch die Zeit von MTV und der zunehmenden Popularität von Musikvideos.  Ganz, ganz selten sind sogar die beiden Dinge, nämlich Musik und Video, in Perfektion zusammengekommen.

Eines dieser magischen Werke ist „Take on me“ von a-ha, wo das Video – völlig zu Recht – in die Geschichte eingegangen ist. Ich weiß nicht wie oft ich es damals im ORF Wurlitzer oder bei „Die Großen 10“ gesehen habe. Unzählige Male, und jedes mal habe ich mich darüber gefreut. Aber auch das Lied selbst ist nichts anderes als ein Meisterwerk, das ich bis heute liebend gerne höre und das mich an eine wunderbare und unbeschwerte Zeit zurück denken lässt.

Üblicherweise sollte man Meisterwerke so lassen wie sie sind, nämlich unangetastet. Was perfekt ist, wird bestimmt nicht besser indem man versucht, es neu zu machen oder zu verändern. Hätte man mir gesagt, dass man dieses Lied noch in irgendeiner Art besser machen könnte, dann wäre ich wohl mehr als skeptisch gewesen. Bis ich diese Woche die MTV unplugged Version von „Take on me“ zum ersten Mal gehört habe. Ein Wahnsinn!

In der Accoustic Version ist das Lied praktisch nackt. Die Syntho-Pop Beats des Originals (immerhin 169 pro Minute) sind weg und was bleibt ist eine Ballade getragen von Morton Harkets Stimme, die – obwohl er fast 60 Jahre alt ist (und rund 10 Jahre jünger als ich aussieht) – nichts von ihrer überzeugenden Kraft und beeindruckenden Bandbreite eingebüßt hat. Das ist in Wahrheit gar keine Neuinterpretation, sondern ein eigenes Werk, das strahlend neben dem Original (und diesem wirklich um nichts nach-) steht.

Ich werde mir am Wochenende das gesamte unplugged Konzert anhören und dazu natürlich ein gutes Glas Rotwein genießen.

 

 

 

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