Das waren halt noch Zeiten. Man hat übers Jahr irgendwo bei einem Lieferanten eine kleine Bestellung aufgegeben und ein paar Tage vor Weihnachten wurde dann eine Doppelmagnum Schampus als „kleines Dankeschön“ geliefert. Bestechung? Aber wo! Es handelte sich dabei doch wirklich ausschließlich um die Pflege der Kundenbeziehung und überhaupt würde man als sorgsamer Mitarbeiter niemals überhaupt im Entferntesten auf die Idee kommen eine Flasche Schampus als Beweggrund für weitere Bestellungen zu nehmen….oder?

Wie dem auch sei. Diese Zeiten sind längst vorbei und auf meinem vorweihnachtlichen Bürotisch herrscht gähnende Leere. Kein Schampus, kein Wein, kein Notizbuch, nein nicht mal einen Kalender oder läppischen Kugelschreiber gibt es mehr. Wenn ich es mir recht überlege, habe ich nicht mal eine Karte bekommen. [Vielleicht liegt das alles gar nicht an der Compliance, sondern an mir??]

Nichts desto trotz sind aus äußerst dubiosen Quellen, quasi aus dritter Hand, von Menschen die wissen, dass ich dem Essen und Trinken recht zugetan bin ein 1,3 Kilogramm (!!) schwerer Räucherlachs sowie eine Flasche Bründlmayer Brut zur mir gelangt. Die jahrelange harte Arbeit an meinem Ruf trägt also endlich Früchte! Auch, wenn ich allseits als ein äußerst unerschrockener Esser bekannt bin, muss ich ehrlich sagen, dass mir der mehr als ein halber Meter lange Fisch ordentlich die Schneid abgekauft hat, und somit auch mein ursprünglicher Plan, ihn quasi als Fischsemmel beim Fernsehen zu verputzen, wie eine Fischschuppe verglüht ist.

Da musste auf jeden Fall Unterstützung her und so haben wir die Schwiegereltern zur vorweihnachtlichen Lachsvernichtung eingeladen. Wobei die Stimmung gestern Abend dann eigentlich weniger an Weihnachten als vielmehr an Silvester erinnert hat. Eines muss man meinen privaten Gönnern lassen: sie haben mir wirklich Gutes zukommen lassen, da sowohl der norwegische Lachs, den man behutsam in der Steiermark mit Rauch veredelte, als auch der Bründlmayer Brut (der gehört sicher zum Besten was man in Österreich in der Kategorie Schaumwein bekommen kann) – vor allem auch in der Kombination – großartig waren. Der Abend wurde noch mit einem (mir zusätzlich selbst geschenkten!) Krispel Weißburgunder Straden 2016 abgerundet. Dieser Wein ist übrigens auch ein ganz ein feiner!

Fazit: Prosit Neu….äh….Frohe Weihnachten!!

 

 

 

 

.