Samstag ist bei uns grundsätzlich der beste Tag der Woche. Das Wochenende hat begonnen und der Montag ist noch weit entfernt. Üblicherweise gehen wir gemütlich frühstücken und bummeln dann ein wenig durch die Stadt, unternehmen etwas und lassen es uns einfach gut gehen. Das ist super und wird gemäß dem Grundsatz „never change a winning Saturday“ auch wirklich meistens so durchgezogen.

Vor ein paar Wochen war dann aber doch alles anders, aber dennoch grandios. Der Grund dafür war zunächst ein Treffen mit meiner Schwester samt Schwager, die uns zu Mittag (um 12:00!) ins DOTS eingeladen haben. Dazu muss man sagen, dass sie von uns davor einen Gutschein für das Lokal geschenkt bekommen haben. Und das – ganz ehrlich – gänzlich ohne Hintergedanken, aber wir haben uns natürlich dennoch sehr darüber gefreut, sie ins DOTS begleiten zu dürfen.
Die beiden kommen nicht so oft (wie man an der Reservierung um 12:00 erkennen kann!) aber dafür umso lieber nach Wien und haben eine große Affinität zu Sushi, und somit war aus unserer Sicht die Location perfekt.
Wenig überraschend war das DOTS um 12:00 (!) leer, was aber insoferne ideal war, da man zum einen das Lokal in seiner ganzen Pracht und Fülle genießen konnte um zum anderen hatten wir auch 100% Aufmerksamkeit von Service und Küche. Wir ließen uns in keinster Weise lumpen und haben einfach eine Vorspeisenvariation und danach eine Sushivariaton als „Hauptgang“ bestellt. Es war eine Sensation und auch eine spektakuläre Show. Vom auf getrockneter Haifischhaut frisch geriebenen Wasabi, bis zu – auf dem Tisch – mit Birkenholz geräuchertem Saibling, Dim Sums, peruanisch angehauchtem Sashimi und Sushi zum Niederknien war alles dabei. Zu so einem Setting muss man ganz einfach auch einen außergewöhnlichen Wein trinken und so haben wir einen Sauvignon Blanc Zieregg 2014 vom Tement bestellt. Geht Sauvignon besser? Ich denke nicht.
Als wir das Lokal gegen 14:00 verlassen haben, waren wir zumindest nicht mehr die einzigen Gäste. Die Damen hatten aber dennoch keine Gelegenheit, den venezianischen Spiegel in den Toiletten des DOTS zu testen, wo die Frauen den Herren beim Pinkeln ins Gesicht sehen können. – Denn leider “musste” gerade keiner der im Lokal anwesenden Herren, während die Damen am Klo waren. (Schade, meine lieben Damen! ;-)) Der Stimmung hat das aber keinen Abbruch getan, kein Wunder bei dem tollen Mittagessen.
Für uns hatte der Tag aber noch mehr in petto. Am Abend hat sich ein alter Freund angesagt, für den wir nicht nur groß aufgekocht haben, sondern – angestachelt vom vinophilen Feuerwerk zu Mittag – auch zwei tolle Weine aufgemacht haben.
Dots4Als Konterpart zum mittaglichem Zieregg ist – nach einem Gin Tonic (mit Mostviertler Gin) – ein Sauvignon Blanc Moarfeitl 2006 vom Weingut Neumeister ins Glas gehüpft. Selbe Rebsorte, selbe Region und dennoch zwei unterschiedliche Welten, beide auf ihre Art perfekt. Während der Zieregg, wohl auch aufgrund des Jahrgang 2014, ungemein fein, zartgliedrig und unendlich finessenreich war, begeisterte der Moarfeitl wohl auch aufgrund des Jahrgangs (im Jahr 2006 gab es einen goldenen Herbst) mit seiner Üppigkeit, Frucht und Fülle. Unserem Gast hat es auch richtig geschmeckt und nachdem er auch ein „Süßer“ ist haben wir zum Abschluß noch eine Kracher Traminer
Dots5Trockenbeerenauslese (#1) 2011 nach geschossen. Ich bin ja nicht so der Süßweintrinker, aber jedesmal wenn wir wieder mal einen aufmachen, denke ich mir: „Man sollte echt mehr Süßwein trinken!“.
Einsatz: Das DOTS, inklusive dem Zieregg war eine Einladung (vielen Dank nochmals dafür; die Gegeneinladung ins Mercado steht!). Den Moarfeitl konnte ich über willhaben.at um EUR 7,- bekommen und die Kracher TBA über ebay um EUR 18,-.
Gewinn: Der Zieregg ist nicht ohne Grund eine österreichische Weißweinlegende. Beim Moarfeitl war das Einsatz-Gewinnverhältnis 1-3 und beim Kracher 1-2. Ein sensationeller Samstag!