…oder zwei, oder drei….oder sieben! Es gibt bei mir die alte Tradition, dass ich einmal im Jahr (zumeist im Herbst) ein paar Fußballfreunde zu mir nach Hause einlade um meine in meiner DNA verankerten Gastgeber-Gene auszuleben. Dabei hat es – so ehrlich muss man sein – schon den einen oder anderen hochspektakulären Abend gegeben. 

Der erste war insoferne recht bemerkenswert, weil wir die ersten fünf Stunden des Abends ausschließlich über Fussball diskutiert haben, bis meine jetzige Frau (damals noch Freundin und die einzige Frau am Tisch) völlig entnervt und zu Tode gelangweilt ins Bett gegangen ist. Nachdem sie weg war hat sich das Gesprächsthema interessanterweise sofort auf Gott, Politik und die Welt gedreht und wir sind – wild diskutierend – bis 5 Uhr in der Früh sitzen geblieben.

Geheiratet hat sie mich aber dennoch und im darauffolgenden Jahr haben wir dann – unmittelbar nach unserer Hochzeitsreise in der Bretagne – einen Brettonischen Abend (mit Moules Frites, Crepes, Calvados etc.) gemacht.

Im letzten Jahr hat es insoferne eine bittere Niederlage für mich gegeben, als ich das – vorsichtig formuliert – ausufernde Trinkverhalten (obwohl ich die Schluckspechte seit Jahrzehnten kenne) unterschätzt habe und in Folge dessen ganz zum Schluss – sprichwörtlich – den Säuen eine Perle (nämlich einen FX Pichler Riesling Smaragd Kellerberg 2013) zum Trank vorwerfen musste.

Diesbezüglich war ich heuer sehr viel besser vorbereitet und habe eine wilde Mischung aus verschiedenen Quellen (willhaben.at, Ebay, 9Weine) zusammen gestellt. Etwas, was meine Frau immer wohlwollend zur Kenntnis nimmt, da diese Abende den Weinpegel daheim auf ein halbwegs erträgliches Maß reduzieren.

Essenstechnisch galt es ebenfalls, eine heuer – in anderer Runde – erlittene Niederlage ausbügeln. Ein erstmals selbst zubereitetes Porterhousesteak ist mir vor einigenFlascherl2.jpg Monaten peinlicherweise nämlich zu durch geraten. Diese Scharte musste ausgewetzt werden und deswegen habe ich gleich zwei solche Riesendinger vom Fleischhauer meines Vertrauens geholt. Einem feinen Abend stand also nichts im Wege.

Was soll ich sagen. Das Fleisch war im ersten Anlauf zu „bleu“, wie der Franzose zu sagen pflegt (was – wie die wenigstens wissen –  vom Deutschen „blöd“ kommt, wenn der Koch wieder einmal nicht in der Lage ist, es richtig zu machen!). Im zweiten Anlauf war es aber am Punkt und die Meute war vom Fleischberg recht angetan und hat alles ratzeputz verschlungen. Beim Wein ist es ebenfalls Schlag auf Schlag gegangen: Zuerst ein Grüner Veltliner Federspiel vom Emmerich Knoll als Startwein, nach einer Runde Mostviertler Gin Tonic, die wir zuvor als Aperitif genossen haben. Dann ein Weißburgunder Jägerberg 2015 von Erwin Sabathi, gefolgt von einem Riesling Smaragd Tegernseehof 2015. Zum Steak gab es einen Riesling Smaragd 2015, wieder vom Knoll, und einen Feiler Artinger Solitaire 2008. Dieser wurde von der Weissweinbessessenen Runde völlig zu Unrecht viel zu wenig beachtet. Um die schon etwas angeschlagenen Gaumen (und schweren Zungen) ein wenig zu aktivieren hat es vor dem Dessert einen Rose Sekt vom Toni Zöhrer gegeben. Den Rest haben wir uns mit einem sehr spannenden (und leider aufgrund des fortgeschrittenen Abends etwas untergehenden) Flasche Grüner Veltliner Smaragd 2009 vom Weingut Wess gegeben.

Wir haben verhältnismäßig wenig über Sport gesprochen, was die Dame des Hauses wohlwollend aufgenommen hat. Das Verdauungsschnapserl (ja, an dem muss es wohl gelegen sein!) ist mir hingegen nicht so gut bekommen, da ich am viel zu schnell kommenden nächsten Morgen noch etwas Schlagseite hatte. Nicht ganz alleine, wie mir der eine oder andere aus der Runde später erzählt hat.

Schön wars dennoch (oder gerade deshalb) und ich freue mich schon auf das nächste Jahr!