Der Herbst ist unweigerlich ins Land gezogen und mit ihm auch wieder die Kochsaison im Haushalt des Chef de table. (In den Sommermonaten wird bei uns nämlich nicht wirklich gekocht, sondern – wenn – dann nur gegrillt.) Gestartet haben wir am Wochenende gleich recht zünftig mit einem Familien-Klassiker: Chili con Carne.

Während wir am Samstagvormittag bei einem netten Herbstspaziergang durch die Stadt alle Zutaten am Rochusmarkt ganz frisch erstanden haben, hat sich in meinem Kopf eine erbitterte „Was dazu trinken?„-Diskussion zwischen der Wein- und Bierfraktion aufgetan. Die Bierfraktion ist bei mir ja eine verschwindende Minderheit, die es kaum zum Fraktionsstatus schafft, wohingegen die Weinfraktion eine satte 9/10 Mehrheit besitzt, von denen die Macrons und Merkels dieser Welt nichtmal in ihren feuchtesten Träumen zu träumen wagen.

Diesmal hatte die Bierfraktion aber wirklich gute Argumente. Auch wenn man die üblichen 08/15-Regeln (wie z.B. Weißwein zu Fisch) wirklich nicht mehr so streng auslegt, ist die Weisheit „Zu Chili passt am besten Bier“ nicht so einfach vom Tisch zu wischen. Die Weinfraktion hat aber einen Vorstoß mit einer ganz abgefeimten Argumentation gewagt: „Was schert Dich denn plötzlich die Konvention!? Da gibts in einer (geheimen) Schachtel im Abstellraum einen Jalits Blaufränkisch Eisenberg DAC Reserve Szapary 2012. Der könnte wirklich gut passen. Bier zu Chili kann jeder. Sei nicht feig! Außerdem stehen Zuhause so viele Weinflaschen rum, wenn Du jetzt mit ein paar Bierflaschen daherkommst, gibt es vielleicht Stress daheim.“ ….womit die Entscheidung auch schon gefallen war.

Eine andere Chili-Weisheit – die mehr als richtig ist – ist ja, dass ein Chili durch mehrmaliges Aufwärmen besser wird. Soviel Zeit hatten wir aber nicht und somit wurde das frisch zubereitete Chili auch unmittelbar nach der Fertigstellung (und gefühlt tausendmaligem Nachwürzen!) serviert. Der Wein war auch schon im Glas, und ich war richtig auf die Kombination gespannt.

Jalits2Der erste Schluck war schon sehr verheißungsvoll. Fruchtig, aber vor allem mit sehr viel Struktur. Kräftig und würzig, mit schöner Mineralität. „Ja, das könnte passen!“ Auch das Chili schmeckte ausgezeichnet, wenn auch nicht Marke „uiii, das brennt sicher zweimal!„. In der Kombination hat sich genau das dann als absolut richtig herausgestellt. Die angenehme Schärfe des Chilis hat perfekt mit der Struktur und der kühlen Mineralik des Blaufränkisch harmoniert. Das war ein feiner Start in die Kochsaison, und die Bierfraktion wird sicher auch einmal zu ihrem Recht kommen.

Einsatz: EUR 10,- (über willhaben.at)
Gewinn: 1-2 Der Wein war ein perfekter Begleiter zum Chili

 

 

 

Werbeanzeigen