So liebe ich den Spätsommer. Es ist sehr warm, aber nicht abartig heiß. In den Nächten hat es selbst in der Inneren Stadt unter 20 Grad und nicht wie im Juli 27, was zu einer Schlafzimmertemperatur von rund 30 Grad, dementsprechender Schlaflosigkeit und selbst bei einem äußerst friedfertigen Menschen wie mir zu latenter Aggression führt. Der August ist aber auch deswegen ein richtig feiner Monat, da (wohl nicht nur in meiner Branche) so ziemlich alle im Urlaub sind.

Da kann man an einem Freitag auch schon mal etwas früher Schluss machen und mit der Familie ins Schwimmbad gehen. Und selbst dort (wir sprechen vom Wiener Stadionbad!) ist alles um Hausecken entspannter als üblich, was dazu führt, dass selbst ich – dem es jetzt ehrlich gesagt nicht so leicht fällt in so einer Umgebung locker zu sein – dort richtig Spaß hat. Mein erster Auftritt auf der Wasserrutsche war zwar noch ein Desaster (Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 1 und 2 km/h) aber mit ein paar Versuchen war ich dann sogar fast schnell. Die kleinen G’fraster haben mich aber natürlich trotzdem ausgelacht. Zu Recht. Mir war es aber egal, denn ich fand es lustig und meine Tochter ist noch klein genug um mich trotzdem cool zu finden.

Ausklingen ließen wir den herrlichen Tag dann nach einer kleinen Radtour durch den Prater im „Das Campus“ bei der WU. Ich hab mir die Ribs & Chicken Wings Kombo bestellt (wohl wissend, dass ein paar hundert Gramm Fleisch bei mir – trotz niedriger Schlafzimmer-Temperatur – ganz sicher zu Schlaflosigkeit führen würden. Aber Vernunft war noch nie meine große Stärke.). Unter den angebotenen Weinen ist mir sofort ein deutscher Riesling aufgefallen, den ich auch umgehend bestellt habe. Das hatte mehrere Gründe: 1) Vor zehn Jahren hat es keine deutschen Weine in der „normalen“ österreichischen Gastronomie gegeben. Das hat sich – absolut zu Recht – geändert. 2) Ich habe nächste Woche ein Team-Meeting im Rheingau, der Wein kommt aus Rheinhessen und war somit eine schöne Einstimmung und – last but not least – 3) Der Winzer heißt Geil, was ich (da absolut kindisch und eher dem billigen Schmäh verhaftet bin) total lustig fand.

Fundamentalistische Kulinarik-Taliban könnten jetzt vielleicht einwerfen, dass so ein Riesling sicher nicht zu Spare-Ribs und Chicken Wings passt. Denen kann ins Stammbuch geschrieben werden: Was schmeckt, das passt! [Und: Wer zahlt, schafft an. Wie man sehr gut an der Steirereck Anekdote von und mit dem kürzlich verstorbenen Jerry Lewis sehen kann, der sich angeblich zu seinem 1971er Chateau Lafite ein Cola bestellt hat…]

Der geile Riesling war eher auf er frischen Seite. Perfekt also für so einen lauen Sommerabend. Äußerst fruchtig (in der Nase sogar so fruchtig, dass man gar nicht glauben konnte einen trockenen Wein im Glas zu haben), weißer Pfirsich im Geschmack, und mit typischer Rieslingsäure versehen, die es auch spielend mit dem marinierten Fleisch aufnehmen konnte. Wenn man bedenkt, dass das der Einsteiger Riesling von den Geils ist, kann man nur den Hut ziehen.

Fazit: Wasserrutschen, deutsche Rieslinge und das Leben an sich sind einfach geil.

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