Aha, was soll das denn bitte heißen? Das ist Bulgarisch und heißt so etwas wie „Gib mir 5!“ Ich weiß das natürlich auch nicht und muss mich deshalb auf eine meiner ehemaligen Mitarbeiterinnen verlassen, die ich extra für diesen Blog-Artikel gefragt habe. [Sollte hier jemand des Bulgarischen mächtig sein, und wissen, dass es in Wahrheit „So ein Idiot!“ heißt, dann sagen Sie es mir bitte nicht!]

Von dieser netten Kollegin habe ich letztes Jahr zu meinem Abschied auch eine bulgarische Flasche Wein mit dem Namen „5ve“ bekommen. Die Flasche kommt vom Weingut „Chateau Copsa“ (nie gehört, klingt irgendwie nicht wirklich bulgarisch; sieht aber super aus, wie man am Titelbild erkennen kann) und die Aufmachung zeigt schon deutlich, dass es sich dabei nicht um den 5. Heckenklescher von links im Sortiment des Chateaus handelt, sondern um einen Wein aus der „limited edition“ Serie (in der es neben dem „5ve“ auch „6ix“, „1ne“ und „8th“ gibt. Das System der Namensgebung erkenne ich zwar, wirklich verstehen tue ich es aber nicht).

5ve1Wuchtige Flasche, super hochwertiges und edles Etikett und einen weinroten Wachsverschluss über dem Korken. Ich muss gestehen, dass mich so eine scharfe Verpackung schon ziemlich anmacht…

Trotz aller Begierde hat es die Flasche dann immerhin doch mehr als ein halbes Jahr bei uns daheim überlebt, bis zu einem Grillabend im Juli.

Beim „5ve“ handelt es sich um eine Cuvee aus Cabernet Franc, Syrah und Cabernet Sauvignon. Dafür werden die handverlesen Trauben aus den besten Bereichen der Copsa Weingärten geerntet und dürfen dann in fünf (jetzt wissen wir auch woher der Name kommt) französischen Barrique Fässern heranreifen. (Für den bodenständigen Österreicher, wie mich, heißt das also: von diesen Fässern gibt’s nur fün(f)ve. Vielleicht hab ich jetzt das System doch auch verstanden und von den „1ne“-Falschen gibt’s gar nur ane.)

So schön die Wachskappen über einem Korken auch sind, zum Öffnen finde ich sie sehr5ve2 mühsam. Erstens geht das Wachs meistens nicht leicht herunter und hinterlässt eine ziemliche Sauerei. Vielleicht bin ich aber auch nicht geschickt genug. Egal, nach einigen Mühen hatte ich die Flasche offen und wir einen prachtvollen Wein im Glas.

Meine Frau war gleich sehr angetan (was jetzt nicht unbedingt etwas heißen will, da wir in Sachen Wein nicht gänzlich auf einer Wellenlänge liegen. – Was für sie eher blöd ist, da ich ja meistens die Weine aussuche). Ich musste ihr aber sofort Recht geben. Sehr zugänglich und fruchtig („typischer Marmeladinger“ war der unqualifizierte Kommentar von ihr), der aber über eine perfekt eingebundenes Tanningerüst verfügte und somit auch mit ausreichendem Tiefgang versehen war. Der positive Eindruck hat sich im Laufe des Abends noch verfestigt. Leider gibt es den Wein übers Internet irgendwie nirgends zu kaufen (was meine Frau sicher freut).

Fazit: Wer solche Weine verschenkt, der sagt wohl auch offen und ehrlich was „Gib mir 5“ auf Bulgarisch heißt. Vielen Dank, liebe Boriana!​

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