Tennis ist ja in Österreich derzeit wieder in aller Munde, was nicht zu letzt an Dominic Thiem liegt, der in dieser Weltsportart plötzlich locker flockig unter den Top 10 mitspielt und auf dem Sandplatz wohl zu den fünf Besten gehört. [Anm. Skifahren, Skispringen, Biathlon oder ähnliche Sportarten in denen wir uns als Kaiser aufspielen gehören übrigens nicht zu den Weltsportarten.] Auch in der der trauten Weinroulette-Familie gab es heuer eine Rückkehr auf den Platz.

Eine kleine Rückblende. Ich bin mit dem Schläger groß geworden. Das lag zum einen natürlich an meinem älteren Bruder der auch schon in jungen Jahren der gelben (damals auch oft noch weißen!) Filzkugel nachgejagt ist, und zum anderen möglicherweise auch daran, dass ich als 8-jähriger plötzlich zwei nigelnagelneue Hartplätze bekommen habe. Objektiv gesehen habe natürlich nicht ich die Plätze bekommen, sondern sie waren Teil des Hotels meiner Familie, aber subjektiv – als Achtjähriger – waren das natürlich meine Plätze und ich der zukünftige König der Tenniswelt. Was denn auch sonst?

So beginnen normalerweise Geschichten von Wimbledonsiegern. Beim Interview nach dem Triumph am heiligen Rasen die Frage: „Was war denn der ausschlaggebende Punkt für Ihre Weltkarriere?“. Antwort: „Ich habe mit 8 Jahren zwei Tennisplätze bekommen!“.

Nun ja. So ist es dann doch nicht ganz gekommen. Ich habe tausende Stunden auf diesen und anderen Plätzen verbracht. Lebenswochen, gar -monate! Mit unendlich viel Spaß an der Sache. Jetzt könnte man meinen, dass das wohl für einen erstklassigen Spieler reichen müsste. Weit gefehlt. Vorhand und Aufschlag sicher ok. Immer kampfeslustig, taktisch aber äußerst ungestüm und eine Rückhand, dass einer Sau graust! Immerhin habe ich es lokal auch zur Nummer 1 geschafft und ich bin da auch in die Fußstapfen meines Bruders getreten, der – so ehrlich muss man sein – definitiv der talentiertere Spieler war und über dessen Rückhand ich mich sehr gefreut hätte. (Über die hochgradige Lächerlichkeit seines Aufschlags möchte ich hier aber keine Worte verlieren….)

In den letzten Jahren spiele ich immer mit meiner Frau. [Bitte fragen Sie mich nicht, wie hier das Kräfteverhältnis ist bzw. wer besser spielt. Das ist ein Minenfeld. Da könnte man gleich darüber diskutieren, ob ich oder sie der bessere Autofahrer ist.] Mein fehlendes Talent führt dazu, dass für mich Tennis nicht unbedingt wie Radfahren ist, sondern dass jedes Mal am Platz nach einer längeren Pause zu einem Fiasko ausartet. Nach zwei, dreimal spielen geht es dann wieder. Es macht aber immer noch so viel Spaß wie früher.

Deshalb spielen meine Frau und ich jetzt eben regelmäßig im Prater Tennis und haben kürzlich danach (wegen dem Elektrolythaushalt nämlich!) dem neuen Lokal auf der Praterallee (mit dem passenden Namen „Die Allee“) einen Besuch abgestattet. Die haben einen riesigen Smoker in Form einer Lokomotive in der das Fleisch über 24 Stunden schonend gegart wird. Das Ergebnis ist spektakulär. Ich habe Spareribs gegessen, die eigentlich in das Suchtmittelgesetz aufgenommen werden müssen. Weltklasse. Meine Frau, die pseudo Steffi Graf, hat sich einen Cheeseburger genehmigt. Dazu haben wir aus der (kleinen) Weinkarte einen „Groszer Wein“ Blaufränkisch Eisenberg DAC gewählt. Kein dicker Brummer, sondern richtig trinkanimierend, fein und dezent mit schöner Frucht und Mineralik. Perfekt.

Fazit: Weder beim Tennis noch beim Wein muss es wirklich immer die top, top Klasse sein um richtig Spaß zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

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