…wird aber dennoch in einem Burgunderglas serviert?
Antwort: Keine Ahnung! Aber wohl sicher kein Burgunder.

Und weil es gerade so lustig ist, hier gleich noch ein Rätsel: Wer will keine Burgundergläser, postet aber trotzdem heute hier?
Antwort: Ich, die Frau vom Chef de Table. 

Und das hat seinen Grund. Aber fangen wir von vorne an. Wie die zahlreichen treuen Leser dieses Blogs wissen, quält mich mein lieber Mann seit Jahren bei jeder Gelegenheit mit zwei Wünschen:

  • Ein Vakuumierer
  • Ein Hund

Nachdem selbst mein Mann nach der Geburt unserer Tochter draufgekommen ist, dass ein Hund zuviel des Guten wäre, die Anzahl der verrückten Wünsche aber aus strategischen Gründen konstant bleiben sollte, wurde der zweite Wunsch kurzerhand durch einen anderen ersetzt: Burgundergläser! (Link)

Nun haben Burgundergläser gegenüber einem Hund definitiv einige Vorteile: man muss mit ihnen nicht Gassi gehen, sie pinkeln auch nicht in die Wohnung, sie verlieren keine Haare und man kann sie zuhause lassen, während man auf Urlaub ist. (Und falls jetzt irgendwer auf die Idee kommt, eine Burgundergläser-Pension zu gründen, damit die armen Langstieligen gut versorgt sind, während der Besitzer urlaubt: Viel Erfolg damit, aber sagt es bitte nicht meinem Mann!!!)

Dennoch: Burgundergläser sind groß, fühlen sich nur im Rudel (am besten sechs oder gar zwölf Stück) wohl und brauchen daher Platz. Den haben wir nicht, weil ohnehin schon unzählige gläserne Unsinnigkeiten bei uns zuhause herumstehen. – Von den dazugehörigen Weinflaschen ganz zu schweigen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe die Anschaffung von Burgundergläsern verboten.

Genützt hat es nix, weil pünktlich zum Geburtstag meines Mannes sind sie eingetrudelt. Sechs Burgundergläser. Schön verpackt. Ein (aus meiner Sicht ganz fieses) Geschenk von treuen Lesern dieses Blogs. So weit, so tragisch. Meine (scheinbare) Autorität völlig untergraben…

Doch dann kam gestern Abend! 30 Grad und Sonnenschein. Das perfekte Grillwetter. Steak im Kühlschrank, Holzkohle, etc. bereit. Mein Mann freudig erregt: „Heute weihen wir die Burgundergläser ein! Dazu brauchen wir aber was Besonderes.“ Und mit den Worten: „Heute foarn ma eine ins Gspoarte!“ startete er los in Richtung Weinklimaschrank. Kurz darauf machte es Plopp und die Flasche seiner Wahl war offen.

Szenenwechsel. Terrasse. Das Fleisch brutzelt am Griller. Am Tisch funkeln die Burgundergläser. Daneben eine offene Flasche Pantha Rhei 2009 vom Weingut Schwarz-Velich. Ab ins Glas damit und rein mit der Nase vom Chef de table. Er ist unzufrieden. „Riecht ein wenig nach Rumtopf. Ganz untypisch für einen Pinot Noir.“ Ich koste. Schmeckt gut! Viel besser als der Pinot Noir den wir unlängst getrunken haben. (Seitdem weiß ich, dass Pinot Noir nicht meins ist.). Interessiert nehme ich mir die Flasche, um vielleicht am Etikett einen Hinweis darauf zu finden, warum mir dieser Wein so gut schmeckt. Ich werde auch schnell fündig. Denn auf der Rückseite der Flasche ist in20170612_202956 riesigen Lettern in Neon-Pink (!) zu lesen: „Blaufränkisch“. Dass ich das noch erleben darf!! – Mein Abend war dann jedenfalls sehr lustig und mein lieber Mann wird jedes Glas Burgunder aus den neuen Gläsern mit Spott und Hohn meinerseits bezahlen! Ob es das wirklich wert war?

Fazit: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Burgunderglas macht noch keinen Burgunder. Aber wer es nicht im Hirn hat, der sollte es zumindest im (richtigen) Glas haben. 😉

 

 

 

 

 

 

 

.