Ich sehe aus dem Fenster und denk mir „Was zum Henker ist da los? November oder was?“. Alles grau, nass und scheußlich. Nachdem man dem Wetterbericht leider Glauben schenken muss, warten draußen weniger als 9 Grad. Zur Sicherheit auch noch ein Blick auf den Kalender: 2. Mai, aha! Am letzten, langen Wochenende wollten wir den Mai mit einem frühsommerlichen (ja, so war der Plan) Kurzurlaub in Salzburg einläuten. Auf der Fahrt dann Schneefall, im Ennstal mehr weiße Pracht als in jedem normalen Winter und schließlich in Altenmarkt überhaupt gleich 20cm Neuschnee. Verrückt. Müßig zu erwähnen, dass wir heuer noch nicht gegrillt haben….

Den einen oder anderen guten und warmen Tag hat es heuer aber schon gegeben, und einen konnten wir sogar für einen „seelischen“ Ausflug in den Sommer nutzen. Wir waren in der zweifelsohne spektakulärsten Rooftopbar Wiens. Ganz ehrlich, meine Frau und mich kann man in Wien nicht so leicht mit einem Ausblick überraschen. Immerhin leben wir hier seit jeher (sie) oder zumindest seit Jahrzehnten (ich), dennoch hat es uns beim Ausblick von der (relativ neuen) Rooftopbar des Hotel Lamee in der Rotenturmstraße kurz mal sie Sprache verschlagen.

Wir haben uns mit Blick auf „unseren“ Steffel niedergelassen und die Getränkekarte Sommer2nach etwas richtig Sommerlichem durchstöbert. Ein Lillet Spritz für meine Frau, ein Rosé Wein Wunder vom Weingut Lenikus für mich, um damit die noch warmen Sommerstrahlen zu genießen. Traumhaft. Es muss ziemlich heiß gewesen sein, anders kann ich mir nicht erklären, dass der Rose sehr schnell weg gewesen ist. (Ok, ich gebe zu, dass es nicht heiß war, aber offenbar hat mir der Wein ziemlich gut geschmeckt.) Die Sonne war dann schon etwas müde und hat sich Richtung Untergang verabschiedet, und die bald aufkommende Kühle hat schon ganz vorsichtig angeklopft. Um zu retten was noch zu retten war, habe ich schnell noch einen Gelben Muskateller vom Wohlmuth nachgeordert.

Augen zu, rein mit der Nase, ein kurzer Schluck. Es war ein Leichtes sich an die Cote d’Azur versetzt zu fühlen: Die Seele baumelt, in der Luft das Salz des Meeres, alles ruhig, die Gedanken drehen sich um Nichts.

Fazit: Ich bin bereit für den Sommer!

Fazit 2: Der Text ist gestern entstanden und heute soll es schon 20 Grad bekommen. Da sieht man mal, dass man den auch Sommer herbei schreiben kann.

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