….sondern Rind! Gestern haben sich die Ereignisse ziemlich überschlagen, obwohl eigentlich alles ganz ruhig begonnen hat. Meine Frau und ich hatten Babysitterabend und die Planungen, was wir denn mit dieser Freiheit anfangen könnten haben uns schnell auf die Idee gebracht, mal wieder ins Paul zu gehen und zu sehen, ob es dort noch immer so nett ist.

In einem Moment der Ruhe habe ich dann gestern Vormittag die Paul Website geöffnet. Das gehört zur Routine (man will ja nicht unvorbereitet ins Restaurant gehen), und der erste Weg führte mich zur Weinkarte. Nicht ganz ohne Hintergedanken. Ich wollte schauen, ob es die Gantenbein Weine noch gibt. Siehe da. Chardonnay 2009 und 2010, sowie Pinot Noir 2010 und 2011. Ja, bist du!

Bis vor wenigen Jahren hatte ich ja keine Ahnung, dass es Martha und Daniel Gantenbein überhaupt gibt. Es handelt sich dabei um ein Winzerehepaar aus Fläsch (Graubünden) die – sagen wir mal vorsichtig – legendäre und äußerst rare (und deswegen sehr gefragte) Weine produzieren. Eine kurze Recherche im Netz bestätigt das. Es gibt wohl mehr Artikel und Geschichten über die beiden, als Flaschen. Auf die beiden gebracht hat mich übrigens der Wineterminator, der immer wieder höchste Loblieder über die Weine der Gantenbeins singt. Ich begann zu grübeln. Wird es heute endlich soweit sein? Mein erster Gantenbein? Und wenn ja, welchen nehmen? Worauf ich einfach dem Wineterminator eine E-Mail geschrieben und nach der besten Wahl gefragt habe. Lapidare Antwort (sinngemäß). Es ist komplett wurscht welchen, aber tendenziell den älteren, und dekantieren.  Ok, damit kann man mal arbeiten. Jetzt gilt es nur noch die Hürde des Preises zu überwinden. Erste schriftliche Verhandlungen mit meiner Frau waren eher mit überschaubarem Erfolg gekrönt („Du kannst mich gerne darauf einladen!„). Na, sehr super!

Wir sind dann durch das frühlingshafte Wien zum Paul marschiert und haben uns – wie schon beim letzten Mal – sofort wohl gefühlt. Es gibt diese Lokale, die einfach perfekt zu einem passen. Und das Paul passt perfekt zu uns. Nettes Ambiente, total netter Chef, kleine aber sehr feine Karte und ganz tolle Weine.

Dann galt es die Entscheidung zu treffen. Gantenbein, ja oder nein? Ich war sehr unschlüssig. Bin dann aber mit beiden Händen in meine Hose und habe dort gottseidank meine Eier und ausreichend Münzen gefunden. Also Gantenbein Pinot Noir 2010. Yeaah!

Gantenbein2Zum Wein haben wir Salat und frische Bärlauch-Ravioli (meine Frau) bzw. das „Kein Schwein zum Gantenbein“ Menü – bestehend aus Beef Tartar und Waldviertler Rinderfilet – für mich bestellt. Zum Essen nur soviel: Es war ausgezeichnet!

Dann der Probeschluck. Okay. Unglaublich. Geil. Ich will mehr! Kurze Verhandlungen mit dem Chef, ob der Wein in den Dekanter soll, oder nicht. Er rät davon ab, da er erst kürzlich einen PN 2010 dekantiert hat und der Wein nach ein paar Minuten zugemacht hat. Er bietet uns eine interessante Alternative an. Nämlich, den Gantenbein3.jpgWein für 10 Minuten zu dekantieren um ihn dann zurück in die Flasche zu geben. Klingt nach einem feinen Plan. Und außerdem ist er ja der Chef.

Ehrlich gesagt kann ich nicht beschreiben wie der Wein vom ersten bis zum letzten Schluck geschmeckt hat. Jeder Versuch wäre komplett lächerlich und eine Beleidigung. Ich kann aber vielleicht wiederholen, was ich gestern zu meiner Frau gesagt habe: „Wenn man Dich in Flaschen abfüllen würde, dann würde es so schmecken!“ (Haha, der reinste Casanova! :-))

Fazit: Kann man Qualität um Geld kaufen? Ja, man kann!

Hier ist übrigens noch der bildliche Beweis, was meine Frau vom Fotografieren von Weinflaschen hält:

Gantenbein4

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