Fußball ist eine meiner großen Leidenschaften. Wobei hier – als Österreicher und als Fan von Rapid Wien – die Betonung sicher auf Leiden zu legen ist. Egal, ich fröne diesem Sport seit Jahrzehnten, aktiv und vor allem passiv. Auf dem Platz bin ich eine Schande. Viel zu groß, ungelenk und völlig frei von jeglichem Talent. Die vielen Stunden, Tage und Wochen die ich den Profis dieser Welt auf die Beine geschaut habe, haben sich in keinster Weise auf mein Können ausgewirkt. Ähnlich verhält es sich beim Tennis, und – wenn man meiner Frau Glauben schenken darf – dann hat sich auch das viele Formel 1 schauen nicht im Entferntesten positiv auf mein Auto-Fahrverhalten ausgewirkt.

Aber zurück zum Fußball. Dort gibt es einen Begriff, der es in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft hat: Hattrick. Ein Hattrick ist, wenn ein Spieler in einer Halbzeit drei Tore hintereinander schießt. Das kommt sehr selten vor und ist somit etwas Besonderes. Wenn sie einmal beim Assinger oder beim Günther Jauch in der Mitte sitzen, und Ihnen die Frage „Woher kommt eigentlich der Begriff Hattrick?“ gestellt wird, werden Sie an diesen Blog und mich denken. Der Begriff kommt nämlich ursprünglich nicht vom Fußball, sondern vom Cricket. Einem Cricketspieler wurde 1858 nach dreimaligen „Wicket“ (was auch immer das bedeuten mag) nach dem Spiel als Belohnung ein Hut für diese sportliche Glanzleistung überreicht.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begrif aber mittlerweile dafür verwendet, dass man etwas Tolles dreimal hintereinander geschafft hat. Oscar-Hattrick, Titel-Hattrick, Aufriß-Hattrick usw. usf.

Weintechnisch ist mir im Februar zweimal hintereinander ein Wein-Hattrick gelungen. (Leider nicht dreimal hintereinander, da es dann ja sogar Hattrick-Hattrick gewesen wäre.). Zunächst hatten wir Freunde bei uns zu Gast. Beide leidenschaftliche Weinrouletteleser, die mal wissen wollten was denn da wirklich dahinter ist. Ich ließ mich nicht lumpen und habe einen Zahel Riesling Langteufel 2008, einen Walter Buchegger Grüner Veltliner Reserve 2015 und einen sagenhaften Artner Syrah 2007 aufgemacht. Beim Artner ist das Gesprächsthema auf den Fußball gekommen und mein armer Gast (ein Deutscher) musste sich meine minderwertigkeitskomplexbeladene Gehässigkeit dem deutschen Fußball gegenüber anhören. Sorry nochmals dafür! 🙂

Eine Woche später waren dann mein Bruder samt Schwägerin und Tochter bei uns eingeladen. Ich hab ein Porterhouse-Steak einfliegen lassen (wo ich mich bei der Zubereitung nicht auf mein Bauchgefühl sondern auf ein Rezept verlassen habe, und es leider „zu durch“ serviert habe) und ein paar echte Kracher aufgemacht. Einen Tiglat 2009 Chardonnay vom Weingut Velich, der mit 97 Punkten einer der höchstbewertesten Weißweine Österreichs überhaupt ist. Eine sagenhafte Granate. Danach ein samtiger Tignanello 2012 und zum Abschluß einen Lang Blaufränisch Reserve 2013. Beim Lang habe ich mich bei einer Diskussion dann recht streitbar mit meiner Schwägerin ausgetauscht. Sorry nochmals dafür! 🙂

Eines ist somit Gewissheit. Ein Wein-Hattrick zuhause gelingt mir deutlich öfter und souveräner als auf dem Fußballplatz. Auffällig ist auch, dass ich beim letzten Teil des Weinhattricks immer in Diskussionsstimmung komme.

 

 

 

 

 

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