Na servus! Da sitzt man – an einem bis dahin entspannten Abend – bei einem netten Glas Rosenberg 2009 vom Weingut Markowitsch und wird mit so etwas konfrontiert. Ein Tiefschlag! Und zwar nicht von einem alten Freund mit dem man sich seit Jahrzehnten „häckerlt“, nein, es ist die eigene Gattin, die mir das unlängst unter die Nase reibt.

Ausgangspunkt war eine Diskussion darüber, dass ich aktuell aus beruflichen Gründen leider nicht sehr viel zum Schreiben komme. Wobei das Schreiben ohnehin niemals das Problem ist, da die Geschichten immer zuvor im Kopf entstehen und dann nur noch „zu Papier“ gebracht werden müssen. Die Ideen zu den Geschichten kommen mir überall. Unter der Dusche, am Häusl, in der U-Bahn oder in der Nacht. Meine offensichtlich beschränkten geistigen Kapazitäten sind aber derzeit scheinbar mit anderen Dingen voll ausgelastet [Anm.: Man hat es wirklich nicht geschafft, wenn man am Häusl nur über die nächste Videokonferenz nachdenkt!]

Also ich jammere diesbezüglich an diesem Abend im Motto am Fluss so vor mich hin und meine Frau meint lapidar, dass ich ja nicht bloß weniger schreibe, sondern in letzter Zeit auch nur mehr langweiliges Zeugs.

Jeder der Kinder hat weiß wie man sich fühlt, wenn das eigene Baby (vielleicht sogar noch von einer schulmeisterlichen Lehrerin) kritisiert wird. Adrenalin schießt ein. Man ballt die Fäuste und denkt: Was bildet sie sich ein? Mein Baby ist perfekt!

Ich (die Contenance bewahrend): „Warum denkst Du das?“

Sie: „Ganz ehrlich, die Weinbeschreibungen sind super öd. Immer sind die Weine „wunderbar“, immer das Gleiche. Schnarch, schnarch, doppelschnarch!“

Ich (im Rechtfertigungsmodus): „Es liegt daran, dass wir in letzter Zeit immer wunderbare Weine getrunken haben.“

Sie: „Aber das will keiner lesen. Außerdem bist Du mit dem Anspruch angetreten, einen Weinblog der anderen Art zu schreiben.“

Ich (beleidigt): „Aber er ist doch anders!“

So ging es hin und her, bis dann gottseidank das Essen kam und wir das Thema bleiben ließen und noch einen sehr netten Abend – abseits von Weinroulette-Diskussionen – verbracht haben.

Das Problem an der Sache ist ja, dass meine Frau Recht hat. Wie fast immer. Sie glaubt ja, dass sie immer Recht hat, aber zwei-, dreimal im Jahr hat liegt sie auch mal daneben (etwas, was von mir immer gefeiert wird!). In diesem Fall trifft sie mit ihrer Kritik voll ins Schwarze. Nach einem mal drüber schlafen weiß ich das natürlich auch. Mein Blog hat sich über die Monate sicher etwas gewandelt und ist mehr zu einer Establishment-Plattform geworden.

Ich gelobe Besserung. Make Weinroulette great again!!

Und, wenn der geneigte Leser sich jetzt vielleicht noch fragt: „Und, wie war der Rosenberg 2009?“ kann ich nur sagen: Wunderbar! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

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