Ich war ziemlich erstaunt – und ehrlich gesagt auch etwas gerührt – als bei einem internen Teammeeting im Dezember nach einer kurzen Kaffeepause meine Mitarbeiter und mein Chef plötzlich alle mit einem Geschenk in der Hand wieder in den Raum zurück gekehrt sind. Es war nämlich das letzte Teammeeting unter meiner Führung (mich verschlägt es innerhalb der Firma nämlich vom Nussberg nun eher in Richtung Rheingau), und nachdem meine Liebe zum Wein ja nicht sehr geheim ist, wollte man mir so eine Freude machen. Das ist mehr als gelungen!

Da mein bisheriges Team zu einem Großteil aus Leuten aus Süd- und Osteuropa besteht, habe ich aus jedem dieser Länder eine Flasche Wein bekommen. Aber auch aus Österreich war was dabei (ein Comondor 2013) und mein Chef hat mir einen Dom Perignon 2006 geschenkt. Er ist Tiroler und kein Franzose, und deshalb lassen wir ihm das ausnahmsweise nochmal durchgehen.

Ich habe jetzt also eine recht beeindruckende Auswahl an Weinen aus SEE/CEE. Kürzlich war es soweit und ich habe das erste Abschiedsgeschenk verkostet. Den Slowenen! Im Detail einen Ribolla Gialla 2015 vom Weingut Jakoncic aus dem Ort Brda im malerischen Grenzgebiet zu Italien. Also quasi die slowenische Fortführung des italienischen Collio.

Ribolla Gialla? Noch nie gehört. Die Sorte ist aber durchaus interessant, da es es sich dabei um eine autochthone Sorte, die in Friaul-Julisch-Venetien und eben in Slowenien zuhause ist, handelt. Eines kann man hier gleich vorweg nehmen. Ribolla Gialla Weine sind sicher keine fruchtig-blumigen Schmuser, sondern eher auf der rescheren und knackigeren Seite.

So strohig gelb (Gialla = gelb) der Wein im Glas hervorblitzt so grün riecht und schmeckt er dann. Heu, Kräuter, leicht ätherische Note, alles unterlegt mit einer straffen Säure und einer ganz leichten Bitterkeit. Der pure Sommer, der zu Beginn meine aktuell auf Winter getrimmten Geschmacksnerven (kein Wunder bei der klirrenden Kälte) schwer überforderte. Mit dem zweiten und dem dritten Glas (und einer damit einhergehenden grundsätzlichen Entspannung, die mir die Bilder unseres letzten Friaul Urlaubs in Erinnerung gebracht hat) waren dann auch meine Geschmacks-Knospen im August angekommen. Der Wein machte richtig – unkomplizierten – Trinkspaß und lässt einen vom kühlen Schatten im Hochsommer träumen.

Ich bin ja schon sehr gespannt, was da aus dem Süd-Osteuropa Reigen noch auf mich wartet. Ich werde selbstverständlich darüber berichten. Auf jeden Fall ein tolles Geschenk, über das ich mich sehr gefreut habe. Mein neues Team ist übrigens erheblich größer und auch noch internationaler. – Da sind jetzt auch die wirklich großen Weinländer (Italien, Frankreich, Spanien etc.) mit dabei sind. Ich werde mich also richtig reinknien, nett sein und immer wieder mal fallen lassen, dass ich hin und wieder auch mal gern ein Glaser Wein verkoste. 😉