Das Jahr 2016 ist nun vorgestern zu Ende gegangen. Endlich, sagen alle. Politisch hat es mit dem Brexit und der Wahl von Donald Trump zum US Präsidenten ja einige üble Tiefschläge gegeben. Zusätzlich sind eine Menge an bedeuteten Künstlern und Persönlichkeiten gestorben. Für mich persönlich war 2016 aber ein herausragendes Jahr und das sollte dementsprechend gefeiert werden.

Nachdem uns der Trubel in der Stadt einfach zuviel ist, verbringen wir den letzten Abend des Jahres traditionell zuhause bei Fondue und ein paar Flaschen Schampus. Diesmal hatten wir eine geschenkte Flasche Moet und zwei Canard Duchene Charles VII Grand Cuvee Le Victorieux, die es beim Spar um EUR 26 (statt 53) pro Flasche gegeben hat. Da ich erstens ein notorischer Schnäppchenjäger (böse Zungen in meinem Umfeld haben auch schon mal Schnorrer gesagt) bin und zweitens bisher noch keine Bekanntschaft mit dem Charles (weder mit dem 7. noch mit den 6 davor) gemacht habe, habe ich beim Spar zugeschlagen und war sehr neugierig.

So war er dann auch die erste Wahl zum Start des Essens. Ein Fleischfondue mit den Saucen, dem fetten Essen und den Beilagen verträgt einen kräftigen Begleiter. – So der Plan. Jetzt war der Charles VII von dem her schon nicht die ideal Besetzung, weil meine vorab Recherche ergeben hat, dass der Charles ein perfekter Aperitif-Champagner ist. „Aber wer wird denn schon so kleinlich sein“, sagt meine Frau. Also raus mit dem Korken und rein ins Glas. Schäumt und prickelt wie ein Teenager  vorm ersten Kuss. Der erste (und leider auch jeder weitere Schluck) waren dann leider ebenso enttäuschend. So etwas ist mir bei Schaumwein (in dieser Preisklasse) bisher noch nie untergekommen. Sehr  weitmaschig, kurz, nichtssagend. Es könnte – wie gesagt – am Essen gelegen sein, aber ich glaube nicht. Immerhin ist der Charles hochdekoriert (Falstaff 91, Wine Spectator 90 etc.). Entweder war mit dieser Flasche irgendwas nicht in Ordnung oder es gilt leider auch hier: Wer billig kauft, kauft teuer! Dieser Charles besteigt jedenfalls sicher nicht meinen Champagner Thron sondern bekommt maximal den Titel Donald Tschamp.

Zum Jahreswechsel sind wir dann jedenfalls schnell auf den Moet umgestiegen und der hat deutlich besser gepasst.

Ich hoffe, meine geneigten Leser hatten zum Jahreswechsel mehr Champagner-Glück und wünsche allen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2017!