Mein kleines Internet-Projekt ist mittlerweile stolze eineinhalb Jahre alt. Wenn ich so überlege, was sich seit Beginn alles verändert hat, dann fällt mir (und vielleicht auch dem geneigten Leser) auf, dass sich die Qualität der Weine, die ich über die diversen Plattformen erwerbe, verändert hat. Schuld daran ist in erster Linie ein Verkäufer, den ich mittlerweile liebevoll meinen Haus- und Hofdealer nenne.

Ganz ehrlich: Zu Beginn bin ich wirklich wegen jedem komplett verrückten Angebot in Wien herum gefahren (zumeist in den 10. Bezirk) und habe dabei einige Flaschen erstanden, ohne die ich auch ganz gut ausgekommen wäre. Da fallen mit 20 Italiener ein, die allesamt im Ausguss gelandet sind.

Im Sommer diesen Jahres bin ich dann über ein sagenhaftes Angebot eines willhaben.at Verkäufers gestoßen. Da hat jemand in seinem Keller einige hundert Flaschen angesammelt um sich dann von einem großen Teil davon zu trennen. Ich habe mal eine Kiste erstanden (Durchschnittspreis EUR 11,-), gefüllt mit sehr namhaften Weinen aus Österreich und Europa aus den Jahren 2008 bis 2011. Ich habe schon in einigen Weinroulette Artikeln darüber berichtet:

https://weinroulette.wordpress.com/2016/09/13/weisser-als-weiss/

https://weinroulette.wordpress.com/2016/09/19/keep-smiling/

https://weinroulette.wordpress.com/2016/07/05/kein-altes-eisen/

Da waren wirklich einige ganz tolle Weine dabei, und die haben mich so richtig verdorben. Vor allem, weil ich einige Wochen später (sicher ist sicher!!) noch ein zweites Paket mit ebenfalls grandiosen Weinen (wieder alle 5-7 Jahre alt, darunter den – angeblich – sagenhaften Tiglat 2009) gekauft habe. Durchschnittspreis: EUR 13,-! Ganz ehrlich, da ist der 10. Bezirk und irgendwelche dubiosen Flaschen aus noch dubioseren Händen schon sehr, sehr weit weg.

Einige weitere Beispiele: Bei einem familiären Besuch haben wir einen Mephisto 2009 vom Weingut Goldenits (95 Falstaff Punkte) und einen 2010er Riesling Langenloiser Spiegel Erste Lage vom Fred Loimer (ebenfalls 95 Falstaff Punkte) verkostet. Der Riesling war schon sehr gelb im Glas und wahrscheinlich spielt einem der Geist dann auch einen Streich, weil der Wein hat absolut gelb geschmeckt. Sehr reif, voluminös, saftig und warm. Genauso, wie wenn man in einen überreifen saftigen Weingartenpfirsich beißt. Wenn man diesen Wein malen müsste, würde man wohl eine blonde, üppige Rubensdame auf die Leinwand bringen. Der Mephisto war hingegen eher kühl und zu Beginn zurückhaltend. Gerade als ich begonnen habe enttäuscht zu sein, hat er sich langsam geöffnet und sich besser und besser präsentiert. Der hätte noch etwas mehr Zeit an der Luft vertragen, aber das Schicksal meinte es anders mit ihm.

Zu einem fantastischen Brokkoli-Kartoffel Gratin haben wir uns im November dann einen 2009er Riesling Steiner Kögl Erste Lage vom Weingut Kögl aufgemacht. Im Gegensatz zum Loimer war der Riesling vom Salomon viel schlanker, mineralischer und filigraner. Um EUR 11,- ebenfalls ein grandioser Wein mit sensationellem Preis/Leistungsverhältnis.

 

Ob, ich die Kontaktdaten meines Dealers weitergebe, wollen Sie nun wissen? Nein, keine Chance! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

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