2016 ist für uns schon ein besonderes Jahr. Ich wurde im Mai 40 und meine Frau gestern…..äh….zum 12. Mal 29. Diese runden Geburtstage haben uns insgesamt EUR 400,- Gutscheine für das Steirereck im Wiener Stadtpark beschert. Um diese Anlässe gebührend zu feiern haben wir noch einen Hunderter drauf gelegt und haben gestern Abend dem weltweiten Top 10 Restaurant auf den Zahn gefühlt.

Man kann es relativ kurz machen und mit einem Wort beschreiben: Perfektion!

Abgesehen davon, dass kulinarisch ein Gaumen-Orgasmus dem anderen folgte war das vielköpfige Serviceteam mit einer unglaublichen Präzision am Werk. Mit einem gastronomischen Auge betrachtet ist das dort ganz großes Kino und erinnert an Formel 1 Reifenwechsel. Dennoch wirkt es nicht mechanisch. Wohl auch deswegen, weil selbst die Chefin des Hauses Hand anlegt, Bestellungen aufnimmt und beim Vorbeigehen auch mal abserviert. Vielleicht hat es nicht mehr ganz die Herzlichkeit des alten Steirerecks, aber das ist wohl auch dem stylischen Ambiente und der insgesamt moderneren Ausrichtung geschuldet.

Die Weinkarte ist monumental, aber weil der „Brotmann“ mit seinem Wagen und geschätzt 30 verschiedenen Brotsorten meine ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, haben wir dann einfach zum 6-Gang Menü die Weinbegleitung bestellt. Eine weise Entscheidung.

Nachdem meine Frau vegetarisch isst, hat sie zu ihren Gerichten natürlich auch andere Weine bekommen als ich, was mir – weil ich auch immer einen Schluck abgeschnorrt habe – eine beachtliche Anzahl von 16 verkosteten Weinen (und ein kleines Damenspitzerl) eingebracht hat.

Drei Weine sind dabei für mich besonders herausgestochen. Zu den Flusskrebsen mit Melanzani, Kokos & Schönbrunner Zitronenblatt gab es einen hochspannenden 2014er Albillo Real von der Bodega Maranones. Ich kannte die Rebsorte bisher nicht und habe sicher auch noch keinen Weißwein aus Madrid-Umgebung getrunken.

Zum Kalbshirn („Ja, ein bisserl Hirn schadet Dir sicher nicht„) wurde ein 2013er Sauvignon Blanc „Reserve“ vom Ludwig Hiedler kredenzt. Weich, sämig, kraftvoll und ewig anhaltend.

Zum Käse dann noch ein sagenhafter 2005er Riesling Reserve vom Alzinger aus der Wachau. Eine einzige Harmonie aus Frucht, Kraft, Säure und Charakter.

Ein lustiges Highlight zum Abschluss war der Vanillekipferlwagen. Nachdem wir schon den Aperitif-, den Brot- und den Käsewagen mit großem Staunen erleben durften, waren wir schon sehr gespannt, was da auf uns zukommen würde. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Aus einem gestrichenen Meer aus Vanillezucker wurden vorsichtig zwei Kipferl rausgefischt, fein säuberlich abgestaubt um dann mit einem anderen Vanillezucker wieder bestäubt und dargereicht zu werden. Irre, aber lustig!

Fazit: Ein – in allen Belangen – perfekter Abend, den wir sicher wiederholen. Spätestens dann, wenn mein Frau zum 22. Mal ihren 29. Geburtstag feiert.