Wer in den letzten Tagen draußen war, hat wohl ebenfalls mitbekommen, dass der Winter vor der Tür steht. So wie wir bei einem – mehr oder weniger – romantischen Spaziergang durch die Wiener Innenstadt am letzten Samstag.

Der leichte Schneefall, die ersten Weihnachtsmärkte, Punschstände und die schon überall installierte Weihnachtsdekoration und – beleuchtung erzeugten durchaus eine romantische Stimmung. Der ungute Wind und die betrunkenen Fans der österreichischen Nationalmannschaft haben da weniger ins Bild gepasst. Es waren aber auch sehr viele – sehr sympathische – irische Fans unterwegs, die sich ebenfalls sehr gut für das abendliche Ländermatch aufgewärmt haben.

oh-baby1Nach einigen Stunden war es aber dann wirklich genug mit dem Herumstrawanzen. Zuhause angekommen, habe ich mir in aller Ruhe und großer Erwartung das Match angesehen. In der zweiten Halbzeit ist mir eingefallen, dass ich ja noch ein irisches Bier im Kühlschrank habe, das mir mit den Worten „Besser als jedes Guinness“ vor einiger Zeit als Gastgeschenk mitgebracht wurde. Das Bier war toll, das Match leider nicht, und so kam ein erster Kater recht schnell.

Die schlechte Laune war aber ganz schnell weg, als mir aus der Küche der Duft eines frisch zubereiteten Safranrisottos in die Nase stieg. Ein blinder Griff in den Weinklimaschrank brachte einen 2009er Tribun vom Weingut Taferner ans Tageslicht. Ich war damit sehr zufrieden, da dieser Cabernet Sauvignon aus Carnutum seit wohl mehr als 15 Jahren zu den besten CS des Landes gehört. Auch der Jahrgang ist ein ausgezeichneter.

Ich darf es gleich vorweg nehmen. Der 09er Tribun gehört ganz klar zum Besten was ich je aus Österreich zum Thema Cabernet Sauvignon getrunken habe (und das war – so ehrlich muss man sein – schon eine ganze Menge). Ganz dunkel im Glas zischt einem das typische CS Aroma in die Nase. Oh ja, da steh ich ziemlich drauf (ich hab ja eine kleine Schwäche für den Cabernet, der es in Österreich nicht immer leicht hat; vor allem wenn der Jahrgangoh-baby2 nicht perfekt ist). Am Gaumen alles perfekt. Frucht, Tannin, Holz, Säure – ein flüssiges Gedicht. Keinerlei Anzeichen von Alterston (Er hat ja doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel.) und ewig am Gaumen haftend. Ein riesiges Zukunftsversprechen, was für mich –  da es meine einzige Flasche war – jetzt ziemlich bitter ist. Den hätte ich gerne ab sofort zwei Jahrzehnte lang jedes Jahr einmal verkostet. Am besten gemeinsam mit meiner Liebsten in der warmen Wohnung, wenn es draußen kalt ist.

Einsatz: EUR 11,- (über willhaben.at erworben)
Gewinn: 1-5, So ein Wein aus Kalifornien kostet locker das Fünffache.

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