Ich leide unter einer veritablen Schreibblockade. Nach bisher 96 veröffentlichten Beiträgen seit Ende Juli 2015 (das entspricht immerhin einem Schnitt von mehr als 1,5 Beiträgen pro Woche) ist seit knapp zwei Wochen Sendepause. Mein Kopf ist einfach voll mit anderen Dingen. Selbstverständlich habe ich nicht aufgehört emsig weiter Wein zu trinken, aber irgendwie fällt mir aktuell einfach nichts Vernünftiges ein. Somit halte ich es mit Marcel Reich-Ranitzki: Manchmal ist eine Schreibblockade ein richtiger Segen für die Leser!

Vor lauter Frust darüber (quasi als beinharter Protest!), habe ich gestern bei einer Essenseinladung gleich zwei absolute Newcomer in der österreichischen Weinwelt verkostet. Diese Newcomer könnten unterschiedlicher nicht sein. Zum einen Fiona Figlmüller (ja, aus der „Schnitzeldynastie“) und zum anderen die „drei Jungs“ vom Weingut Ceel in Rust. Gemein haben sie neben der eigenständigen Art des Weinmachens auch das wirklich sehr coole Design ihrer Flaschen.

fumeglas

Die Sommeliére Fiona Figlmüller ist vor einigen Jahren als „Negociant“ in den österreichischen Weinmarkt eingestiegen. Sie arbeitet also mit erfahrenen österreichischen Winzern zusammen um mit diesen, bzw. auch deren Trauben, Weine nach ihren Vorstellungen zu kreieren und diese dann auch unter ihrem eigenen Namen zu vermarkten. Zu diesen Winzern gehören z.B. Fritz Wieninger, mit dem sie ihre „Wiener Melange“ (eine Weißweincuvée) und den fabelhaften „Rosé Viennoise“ produziert. Mit Armin Tement macht sie den „Fumé Blanc Calcaire“.

Genau dieser (Jahrgang 2013)  ist uns gestern ins Glas gehüpft. Fumè Blanc ist übrigens ein Synonym für Sauvignon Blanc und Calcaire ist ein Hinweis auf den kalkhaltigen Boden der Tement’schen Spitzenlage Zieregg an der österreichisch-slowenischen Grenze. Die Trauben für diesen Wein kommen übrigens von der slowenischen Seite „Ciringa“. Aber genug der Wortklauberei. Der Wein ist klasse und bei allen Verkostern sehr gut angekommen. Durchaus typische Sauvignon Note in der Nase. Geschmacklich sehr schlank, aber mit enormer Tiefe und Finesse. Sehr elegant und ganz sicher auch sehr langlebig. Bravo!

ceel_syrah2_black_series_20141Nachdem wir bestens gelaunt waren und der Abend noch sehr jung war, wollten wir noch das Weingut Ceel bzw. ihren Syrah 2012 Reserve kennen lernen. Hinter dem Weingut Ceel stehen drei junge Männer (alle +/- 30), die sich zusammengeschlossen haben um „Weine, die Spaß“ machen zu produzieren. Ideal also für uns. Wunderbares, tiefes Rot. In der Nase und am Gaumen ein kompletter Hansi Hinterseer (weil sehr beerig!). Also so, wie man das von einem Syrah erwartet. Aber auch die 15% Alkohol merkt man, und gemeinsam mit der straffen Säure ergibt das irgendwie einen etwas unharmonischen Eindruck. Hmmm, hat mich nicht ganz so überzeugt.

Fazit: Gottseidank habe ich eine Schreibblockade. Nicht auszudenken wieviel ich sonst geschrieben hätte….

 

 

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