…steht nicht draußen am Balkon, sondern befindet sich in einer der privaten Tresorfächer in der neuen wineBANK in der Wiener Grünangergasse 7. Was macht er da? Eigentlich ganz einfach. Er bewacht die Weine in diesem Tresorfach, weil ja – wie spätestens seit „Otto, der Film“ jeder weiß, was ein Kaktus macht, wenn ein Bösewicht kommt. Er sticht, sticht, sticht! Der Besitzer dieses Fachs ist also nicht nur ein Wein-, sondern auch ein Film- und Musikkenner.

Bankenkrise hin oder her. Kaum jemand verwahrt sein Geld (wenn er denn eines hat) zuhause in der Matratze, unterm Kopfpolster oder gar im Keller. Praktisch jeder hat aber seine Weine zuhause rumstehen, im Keller, im Abstellraum oder – wenn es gut geht – in einem Weinklimaschrank. Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, seine kostbaren flüssigen Schätze an einem sicheren Platz – mit perfekten Lagerbedingungen – aufzubewahren?

Eine gute Frage, die sich auch Gerhard Strasser und Karl Weilhartner gestellt haben und im Zuge der Renovierung des Wiener Kipferlhauses (Grünangergasse 7) eine schon in Deutschland und der Schweiz existierende Idee (nämlich die der wineBANK) auch nach Wien gebracht und im beeindruckenden Gewölbekeller im zweiten Untergeschoss untergebracht haben.

wineBANK GläserIch hatte diese Woche die Gelegenheit, im Zuge einer Weinverkostung von Reinhard Winiwarter die wineBANK kennenzulernen. Wie es dem Namen entspricht, spielt der Sicherheitsgedanke eine große Rolle. Jedes Mitglied des Private Member’s Club für Weinbegeisterte hat seine eigene Chipkarte und seinen eigenen Code mit dem er rund um die Uhr in die wineBANK kommen kann. In Wahrheit spielt aber die Sicherheit eine untergeordnete Rolle. In erster Linie geht es darum, seine Weine in bester Umgebung (16 Grad und 70% Luftfeuchtigkeit) lagern zu können. Die Infrastruktur vor Ort ist perfekt. Es gibt verschiedene Tische, wo man in geselliger Runde die Weine mit Freunden, Kollegen oder anderen wineBANKern, die vielleicht auch gerade vor Ort sind, verkosten kann. Gläser, Wasser etc. ist alles vorhanden – und natürlich vom Feinsten. Es gibt immer einen Vorrat an Antipasti, herrlichen Würsten, Brot, Crissini & Co. Alles was das Herz begehrt. Diese Leckereien kommen von Buongustaio, einem Feinkostladen in der Singerstraße.

Ein absolutes Highlight sind aber die beeindruckenden Käselaiber der Käserei Anton wineBANK KäseSutterlütty. Der Vorarlberger veredelt seine Vorarlberger Käse in einem eigenen Bereich in der wineBANK und lässt diese dort – unter perfekten Bedingungen – 12 bzw. 24 Monate reifen. Dieser Käsebereich ist klarerweise hinter Glas, da dieser Geruch den lagernden Weinen wohl nicht so zuträglich wäre. Das ist aber nicht nur ein optischer Genuss, nein die Käse sind auch geschmacklich traumhaft.

Die wineBANK bietet also nicht nur die Möglichkeit in einem der insgesamt 192 Fächer oder einem der drei begehbaren Kellerabteilen seine Weine zu lagern, nein, es ist – kulinarisch und atmosphärisch – ein Erlebnis. Ich habe mich pudelwohl gefühlt, und (da merkt man mal, wie wichtig dieses Wohlfühlen und die Atmosphäre ist!) mir haben die Weine vom Reinhard Winiwarter, die ich ja erst vor einigen Wochen verkostet habe (LINK), nochmals besser geschmeckt als zuhause.

Zwei Weine waren jedoch auch für mich neu. Zum einen der frisch, fruchtige RW 1 Green vom Kremser Kobl. Ein super Sommerwein. Und dann war da noch etwas. Nicht dass der Rosé (#4) nicht schon ausgezeichnet wäre. Nein, der Reinhard hat mit dem Rosè elf noch einen richtigen Rosé-Kracher draufgesetzt. Kräftig, dicht, eine Fülle an Aromen. Die 14,5% Alkohol (!) sind schon jetzt (obwohl es sich dabei noch um eine Fassprobe handelt) sehr gut eingebaut. Am Gaumen spielt sich ein spannendes Hin und Her zwischen der Säure und der Restsüße ab.

Aus meiner Sicht ist das ganz klar der Signature-Wein der RW Winery. Ein Rosé der sicher nicht in das klassische Schema passt und den man auf jeden Fall einige Jahre lagern kann. Am besten in der wineBANK.

Hier ist übrigens der Kaktus:

wineBANK Kaktus

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