Champagner ist der absolute Star unter den Getränken. Natürlich ranken sich jede Menge Mythen rund um dieses feine Gesöff. Aber auch viele Vorurteile gibt es, und mit einigen möchte ich heute aufräumen:

1) Eine Flasche Champagner ist etwas Besonderes, das man sich für besondere Champagner2Momente aufheben sollte. Blödsinn, sage ich. Kann es denn einen besseren Grund für das Öffnen einer schönen Flasche Champagner geben als das Leben selbst? Oftmals wird der Moment ja erst durch den Schampus – dem man ja nicht umsonst eine rasch erheiternde, erfrischende und anregende Eigenschaft nachsagt – ein besonderer. Am Wochenende hatten wir eine kurze Diskussion zuhause: Wollen wir einfach so und „ohne Grund“ eine teure Flasche Schampus aufmachen? Die Antwort war ganz schnell klar. Ja, aus welchem Grund denn bitte nicht? Wie sagte Coco Chanel mal so schön: „I only drink Champagne on two occasions, when I am in love and when I am not“.

2) Champagner ist – wie alle Arten von Schaumwein – eher als Aperitif gedacht. In erster Linie ist der Schaumwein – wie der Name ja schon sagt – ein Wein und zumeist auch noch durchaus komplex, mit guter Säure und viel Struktur. Somit ist dieser auch ein idealer Speisenbegleiter, der zu fast allem passt. In unseren Breiten sieht das nur kaum jemand so. Ein absoluter Fehler. Somit kommen wir gleich zu Vorurteil #3:

3) Es ist niveaulos einen edlen Champagner beim Grillen (zu Halloumi, Käsekrainer und Kotelett) oder auf einer blühenden Sommerwiese beim Picknick zu trinken. So ein Unsinn! Man muss es nur mit Stil machen, und so möchte ich auch dieses Vorurteil wieder mit einem Zitat von Coco Chanel beantworten: „Some people think luxury is the opposite of poverty. It is not. It is the opposite of vulgarity.“  Hier kann man aber auch auf die Briten verweisen. Wenn man je gesehen hat, wie sich die feine britische Gesellschaft – im piekfeinen Zwirn – beim „Royal Ascot“ Pferderennen mit allergrößte Noblesse die Kante gibt, weiß man, wie das funktioniert.

Champagner3.jpg4) Beim Champagner kommt es auf das Glas an. Nachdem wir eine sagenhafte Ausstattung an Wein- und Champagnergläser zuhause haben, haben wir am Wochenende die Probe aufs Exempel gemacht und den Schampus aus drei verschiedenen Gläsern getrunken: Champagnerschale, Champagnerflöte und aus einem normalen Weinglas. Kurzum: Es ist powidl! Ein Champagner aus einem Plastikbecher auf einer wunderbaren Sommerblumenwiese mit seinen Liebsten schmeckt um so viel besser als der Gleiche aus einer wunderschönen Champagnerflöte bei einem stinklangweiligen Event mit Arbeitskollegen. Wenn ich wählen kann, dann nehme ich aber gerne das normale Weinglas, da – wie schon gesagt – der Schaumwein ich erster Linie ein Wein ist und er da seine „Nase“ am besten entfalten kann.

5) Es muss eine bekannte Marke – und dementsprechend teuer – sein. Nein! Die Champagne ist riesig und es gibt rund 2000 Winzer! Da gibt es – neben dem „Einheitsbrei“ aus dem Supermarkt – ganz, ganz spannende und individuelle Weine. Ein Beispiel habe ich im letzten Jahr hier schon beschrieben [LINK].

Ich kann nur jedem raten: Trinken Sie hin und wieder genußvoll eine Flasche Champagner. Auch, wenn man meint, dass die Welt da draußen verrückt spielt. Vielleicht gerade deswegen.
„Come quickly – I am tasting the stars!“, Dom Perignon