Meine wunderbare Verkostungsreise quer durch das österreichische Legendenpaket hat am Wochenende ihren würdigen Abschluss mit einem „Ried Kart Cabernet Sauvignon 1990“ und einem „Vulcano 1991“ – beide von Hans Igler – gefunden. Insgesamt zehn legendäre Weine der renommiertesten burgenländischen Winzer aus den Jahrgängen 1989 bis 1995 sind mir – von einer sehr netten Dame aus Deutschkreutz – über willhaben.at in den Schoss gefallen.

Was bei den Weinen auffällig war. Alle diese Winzer sind nach wie vor ganz dick im Geschäft und produzieren – oft nun schon in nächster Generation – fantastische Weine.

So auch beim Weingut Igler. Hans Igler kann man getrost als einen Doyen des österreichischen Weinbaus bezeichnen. Er war einer der ersten, der mit Barriquefässern gearbeitet hat. Er war auch unter den Pionieren, die den Cabernet Sauvignon in Österreich etablierten, und mit den von Prof. Anton Lehmden gestalteten, wunderschönen Etiketten gehörte er auch zu den Ersten die es verstanden haben, dass ein fantastisches Produkt auch eine entsprechende Aufmachung benötigt. Mehrmalige „Rotwein des Jahres“ Siege, sowie der „Winzer des Jahres 1988“ des Falstaff Magazins waren die logische Folge.

Seit seinem Tod 1994 führen seine Tochter und der Schwiegersohn das Weingut höchst erfolgreich weiter. Viele weitere Auszeichnungen (z.B. Falstaff Sieger 2011, 2008 etc.) geben dem eingeschlagenen Weg mehr als recht.

Wir haben die beiden „Oldies“ im Familienkreis bei einem ausgezeichneten Viergang Menü in der Kothmühle nebeneinander verkostet. Der Ried Kart hatte „high fill“ und der Vulcano „mid shoulder“ Füllstand (habe ich in der Aufregung leider vergessen zu fotografieren).

Rein optisch hatte der Cabernet Sauvignon (links) einen stärkeren Alterston (bräunlicher) als der Vulcano (rechts), der noch recht dunkel schimmerte.

Der Ried Kart war in der Nase gleich mal recht forsch, und auch der erste Schluck bot eine sehr straffe Säure, mit wenig Frucht und einem eher unharmonischen Gesamteindruck. Aber es war jede Menge Leben im Glas und wir waren uns – als mittlerweile geeichte Altweintrinker – sofort einig, dass da noch etwas kommen wird. So war es dann auch. Aber hallo! Der Wein wurde schnell perfekt rund, mit sehr reifer Frucht und etwas Sherrynote in der Nase. Die anfängliche Säure war schnell eingebunden und und es blieb ein wunderbar gereifter Altwein mit etwas Rumtopf, reifer Frucht und einem schönen Abgang am Gaumen. Genauso haben wir uns das gewünscht!

Ganz anders der Vulcano 1991. Frischer im Glas, frischer in der Nase und absolut frisch am Gaumen. Die Cuvée aus Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon überzeugte uns gänzlich. Noch richtig jugendlich, engmaschig und fruchtig ist dieser Wein ein wunderbares Beispiel dafür, welch tolle Qualität schon damals in Österreich produziert wurden. Und – vor allem – ein weiteres Beispiel wie es um die Haltbarkeit großer österreichischer Weine bestellt ist.

Einsatz: 1€ pro Flasche

Gewinn: Bei beiden 1-35 – absoluter Jackpot!

Gesamtfazit: Von den zehn Flaschen des Legendenpakets waren nur zwei Flaschen „kaputt“ (das Phantom 1989 vom Weingut Kirnbauer und die Cuvée Renommée von Johann Heinrich). Alle anderen Weine boten zumindest Trinkspaß (Bela Rex 1992, Cabernet Sauvignon 1994 vom Weingut Kollwentz) oder waren ein großartiger Genuß (die beiden Opus Eximium 1991 und 1993, die beiden Cabernets von Gager 1990 und 1992, sowie die beiden Igler).

Der Verkäuferin des Pakets möchte ich schlussendlich nochmals herzlich dafür danken! Es war mir eine Ehre, die von ihrem Mann so perfekt gelagerten Weine trinken zu dürfen. Ich denke, dass diese bei mir in guten Händen waren, und ich habe mein gegebenes Versprechen („öfters an das Burgenland zu denken“) mehr als eingehalten.

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