Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein kleines Internet-Projekt feiert heute seinen ersten Geburtstag. Am 13. Juli 2015 hat Weinroulette das Licht der Welt erblickt, und seither ist wirklich viel passiert, auf das ich heute – nicht ganz ohne Stolz – zurückblicken möchte.

Was von mir tatsächlich eher als Jux und Tollerei bzw. als Experiment gestartet wurde, hat sich in der Zwischenzeit richtig gemausert. Da bekanntlich aber nichts von nichts kommt habe ich mehrmals täglich die Seiten von willhaben.at & Co durchforstet, mit hunderten Verkäufern, Winzern und Lesern hin und her geschrieben und einige abenteuerliche Verkaufstouren durch Wien und ins Burgenland (!) gestartet. Herausgekommen sind dann stolze 82 Blog-Beiträge in denen ich viele Geschichten zum Besten gegeben habe und noch viel mehr Weine aus aller Herren Länder beschrieben habe.

Der Aufwand ist eigentlich nicht unbeträchtlich, aber es macht mir mehr Spaß denn je. Vor allem auch deswegen, weil es da draußen jede Menge Menschen gibt, die ganz offensichtlich gerne lesen, was mir zum Thema Wein in den Sinn kommt. Tausende Besucher und hunderte Follower belegen das. Auch von vielen Winzern habe ich sehr positives Feedback bekommen. Herzlichen Dank dafür!

Eines meiner Highlight war ganz sicher die erste Geschichte mit den vier Garagenweinen (4 Weine und eine Garage) aus dem 16. Bezirk. Das war wirklich Weinroulette pur, und ein grandioser Start. Besonders interessant und spannend waren auch stets die Treffen mit den Verkäufern. Unglaublich, was man da alles erlebt. Wüste Wohnungen im 10. Bezirk, total vollgerammelt, und (mindestens) drei Hunde, einer größer als der andere. Da kann einem schon mal Angst und Bange werden. Aber auch echte Weinliebhaber waren dabei, die sich nur schweren Herzens von einer Flasche trennen konnten und am liebsten überhaupt mitgetrunken hätten (Alte Liebe rostet nicht).

Besonders angetan haben es mir aber auch die Berichte über „hidden champions„, weil es in Österreich einfach so viele (noch) unbekannte tolle Winzer gibt, die fantastische Weine produzieren und wohl bald eine fixe Größe am Markt sein werden. Diesen Bereich werde ich sicher weiter forcieren. Vielleicht kann ich ja ein wenig dazu beitragen, dass diese Winzer rascher in den Fokus der Weinwelt gelangen.

Interessant war, dass die meisten meiner Internet-Käufe richtig gute Weine gebracht haben. Es waren aber auch wirkliche Total-Ausfälle dabei (Deppensteuer und Anti-Wellness).

Herausragend war mein Ausflug ins Burgenland (Eine Ode an das Burgenland), der mir insgesamt elf Flaschen wunderbar gereifter österreichischer Weinlegenden beschert hat.

Was mich besonders freut: mein Zugang zum Wein hat sich grundlegend geändert. Ich trinke und genieße Wein viel intensiver und bewusster als früher. Außerdem hat sich zum einen mein Horizont immens erweitert (Wie pinkelt ein kanadischer Schmetterling….?) als auch mein Wissen über Wein. Wenn es so weitergeht stehe ich Euch gerne als Wein-Telefonjoker beim Assinger zur Verfügung.

Ganz besonderer Dank gilt natürlich meiner Frau. Nicht nur, dass sich mich ermuntert hat diesen Blog zu schreiben, sondern natürlich auch, weil sie diesen ganzen Wahnsinn mitmacht und aushält. Und man kann hier wirklich von Wahnsinn sprechen. Ein kleines Kind, wenige Stunden vorm Christkind, ist die reinste Ruhe in Person im Gegensatz zu mir, wenn es um ein Bomben-Angebot auf willhaben geht, oder, wenn eine großartige Flasche kurz vor der Öffnung steht. Nicht zu Letzt auch dafür, dass sie ihre grammatikalische und sprachliche Pedanterie (das sag ich jetzt voller Neid, weil ich da „lockerer“ bin) als Korrekturleserin meiner Beiträge ausleben kann!

Und, weil ich mir nach dem recht intensiven Juni selbst einige Tage gänzlicher Abstinenz verschrieben habe, stoße ich heute mit einem Glas herrlichen Wiener Hochquellwassers auf meinen Blog, meine geneigten Leser und natürlich meine Frau an. Prost!

Auf viele weitere Jahre!