Es war ruhig hier, in letzter Zeit. Der Grund dafür ist leicht erklärt. Ich war auf Reisen und meinen ursprünglichen Plan – während meines Urlaubs in Andalusien hier auch Beiträge zu veröffentlichen -habe ich sehr schnell in diversen Rotweingläsern versenkt. Ich war zu faul, und vor allem: es war einfach viel zu schön um die Zeit mit Tippen zu verbringen! 

Unsere Reise führte uns nach Malaga, Sevilla und Granada, wo wir jeweils für einige Nächte blieben. Mit dem Mietauto haben wir dann noch zusätzlich die Städte Ronda und Cordoba, einen Teil der „Costa del Sol“ sowie die Sierra Nevada besucht. Zusammengefasst kann man sagen: Ein Traum! 

Auf den Autofahrten zwischen den verschiedenen Destinationen sind uns einige dieser schwarzen Stiere in der Landschaft aufgefallen. Was kein Kunststück ist, denn die sind nämlich riesig (14 Meter groß und vier Tonnen schwer) und wirklich nicht zu übersehen. Ich hab die sehr cool gefunden und mir gedacht, dass das schon eine gute Idee von den Spaniern ist. Man identifiziert sich mit diesem Symbol und vermarktet es entsprechend. Und bei den Touris, wie uns, kommt das super an. [Ähnlich mit den Birnen im Mostviertel, die man ja auch zu Tausenden – angefangen beim Kreisverkehr oder gar in Seminarräumen – wieder findet!]

So ist das aber gar nicht. Diese Stiere entspringen nämlich nicht den Köpfen findiger Tourismus-Manager, sondern einer Werbekampagne der „Osborne Gruppe“, die in den 1950er Jahren ihren Brandy Veterano damit beworben hat. Als man dann nach 30 Jahren versucht hat, diese „Werbetafeln“ per Gesetz wegzubekommen hat man sich – vor allem in Andalusien – dagegen gewehrt. Die Junta de Andalusia beantragte die Bewertung dieser Stiere als Kulturgut, und so hat es schließlich dann auch der Oberste spanische Gerichtshof entschieden. Und entgegen der Mär, dass das Rot des Weihnachtsmanns von Coca Cola kommt, stimmt diese Geschichte sogar!

Kulinarisch ist Andalusien natürlich ein Paradies, das man mit dem Wort „Tapas“ zusammenfassen kann. Die Küche ist – für eine Gegend, die am Meer liegt – zwar relativ rustikal, aber das ist ja nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Soviel (ausgezeichnetes) Fleisch habe ich schon lange nicht mehr gegessen!

Das es in einer Gegend, wo es Ende Mai praktisch schon überall 30 Grad hat, sehr guten Rotwein gibt ist jetzt keine große Überraschung. Was wirklich bemerkenswert war (und das ist für mich als alten „Schnorrillo“ nicht unwichtig) ist, dass es praktisch unmöglich ist wirklich viel Geld für Wein auszugeben. Wir haben es versucht, und sind dabei gescheitert. Keine Flasche war im Restaurant teurer als EUR 25,-, und da haben wir schon immer die teuersten genommen. Bei  den Rotweinen ist vor allem ein Capuchina Vieja 2010 (Sierras de Malaga) heraus gestochen. Ein richtig schwerer Brocken. Gehaltvoll und ewig haftend. Hat perfekt zum rein spanischen Championsleague Finale gepasst. Aber auch alle anderen Rotweine (und so wenig waren das gar nicht) waren super. Zwar nicht die elegantesten, aber auch das ist wohl dem Klima geschuldet.

Aber wir haben auch einen Roséwein und sogar einen Weißwein probiert. Der Roséwein war wie man es sich erwartet. Beerig, süffig, lustig. Der Weiße war ein nette Überraschung. Ein Moscato, der so eine unglaubliche Fruchtsüße hatte, dass ich nicht glauben konnte, dass es sich dabei wirklich um einen Seco (= Trocken) handelt (obwohl es groß drauf stand). Wunderbarer Duft, und auch ein spektakulärer fruchtiger Geschmack. Natürlich ziemlich ohne Säure und somit für mich definitiv nicht das Richtige. Robert Parker sieht das aber ganz anders und hat 91 Punkte dafür gegeben. Ein Schmunzeln hat mir die Rückseite des Weins entlockt. Das Weingut bedankt sich bei der „Family Kracher from Austria“, für die Unterstützung bei der Erstellung des Weins. „Eviva Espania“ und natürlich „Immer wieder Österreich!“

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