Wenn man mich spontan fragen würde, was denn meine ersten persönlichen Erfahrungen und frühen Erinnerungen zum Thema Wein sind, würden mir auf die Schnelle folgende Stichworte einfallen: Sutter Home, Brioni, Quintessenz und Alphart. All das hat sich knapp vor der Jahrtausendwende abgespielt.

Meine „Sutter Home“ Geschichte ist ungefähr so schnell erzählt, wie sie auch wieder vorbei war. Die Weinregale in den Supermärkten vor 20 Jahren waren geradezu lachhaft bestückt. Da sind die kalifornischen Zinfandels und Chardonnays von Sutter Home beim Billa ums Eck so richtig herrausgestochen. Ich hab sie alle probiert, aber diese Version der großen, weiten Weinwelt hat mich schlussendlich recht rasch nicht mehr zufrieden gestellt.

Dann ist der „Brioni“ in der Schwarzenbergstraße auf meine Wein-Bühne getreten. Ein kleines, feines Weingeschäft, wo der angestellte Verkäufer selbst recht gerne mal diverse Weine verkostet hat (man will ja ganz genau wissen, was man den Kunden verkauft). Dort hat es nicht nur ein super Angebot gegeben, nein, auch Gratis-Verkostungen und obszön freizügige Rabatte bei Einkäufen. Der Verkäufer war dann komischerweise irgendwann mal plötzlich nicht mehr dort, die Verkostungen und Rabatte wurden eingestellt, und wenig später wurde das Verkaufslokal auch ganz geschlossen.Wie es das gibt!?

Ungefähr zur selben Zeit hat mich ein Bericht im Falstaff Magazin auf einen Wein eines mir völlig unbekannten Winzers (was nicht ungewöhnlich war, da mir zu diesem Zeitpunkt praktisch alle Winzer unbekannt waren) gebracht. Hans Reinprecht aus Oggau, mit seiner „Quintessenz 1997“. Am Faschingsdienstag 1999 bin ich dann – völlig spontan – mit einem Bekannten mit dem Auto nach Oggau gefahren, um diesen Winzer (unangemeldet) zu besuchen. Der hat uns dann auch (kostümiert!!) betreut. Das war lustig und qualitativ eine Erweiterung meines Horizonts.

Und nachdem ich dann schon mal einen Winzer selbst besucht habe, hat mich mein nächster Ausflug in die Thermenregion geführt. Einfach ohne Ziel bin ich von der A2 bei Traiskirchen abgefahren und durch den Ort gefahren. Aus den Augenwinkeln ist mir fast schon am Ortsende ein „Salon-Schild“ aufgefallen, und ich bin stehen geblieben. Gelandet bin ich beim Weingut Alphart. Das war dann Liebe auf den ersten Schluck, und im Gegensatz zu den anderen frühen Erfahrungen meiner persönlichen Weingeschichte ist diese Liebe bis heute geblieben.

Diese Liebe wird natürlich auch regelmäßig gepflegt. Entweder mit einem tollen Neuburger, einem Zierfandler oder gar mit einer Rotgipfler Top Selection, die für mich jedes Jahr aufs Neue zum Allerbesten zählt, was Österreich in Sachen Wein zu bieten hat.

Wie es der Zufall so wollte, sind mir letzte Woche zwei Alpharts über willhaben.at in die Hände gefallen. Eine Chardonnay Reserve und eine Pinot Noir Reserve, beide aus 2010.

Keine zwei Tage später waren sie auch schon beide offen. Der Chardonnay war genauso, wie ich mir eine Reserve vorstelle. Kraftvoll, kompakt mit Schmelz. Dennoch fein, mit Früchten unterlegt und ewig lang. Der Pinot hingegen ließ mich nach dem ersten Schluck etwas ratlos zurück. Der war wohl etwas verschreckt, wurde aber mit der Zeit zutraulicher und hat der versammelten Bande (es wurde Geburtstag gefeiert) dann mit dem zupackenden und salzig-mineralischen Geschmack so richtig Spaß gemacht.

Einsatz: EUR 11,-/Flasche
Gewinn: 1-2; der Einsatz hat sich gelohnt und wurde mit doppelten Genuss und Trinkspaß belohnt. Unterm Strich war der Chardonnay war für mich dann noch einen Tick besser als der Pinot Noir.

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