Nur noch ein Monat bis zum Anpfiff der Europameisterschaft. Es ist also höchste Zeit sich intensiv mit unserem dritten Gruppengegner – den Isländern – zu beschäftigen. Böse Zungen behaupten ja, dass wir bei so Ereignissen als „Exoten“ gelten. Was sind dann aber bitte die Isländer? Aliens? Immerhin hat sich Island bisher überhaupt noch nie zu einem Turnier (EM oder WM) qualifiziert. Und wir sind schon mal fast Weltmeister geworden. Ganz zu schweigen von Cordoba! Hallo?

Aber ich schweife ab. Die Isländer haben sich also diesmal in einer schweren Gruppe gegen die Türkei und die Niederlande durchgesetzt und qualifizierten sich hinter Tschechien souverän als Gruppenzweiter. Húfu! (= Chapeau auf isländisch)

Obwohl ich mich redlichst bemüht habe, einen isländischen Wein für die Vorbereitung auf das Island-Match zu bekommen, bin ich kläglich gescheitert. Die Alternative war aber schnell gefunden, da Island eine äußerst bemerkenswerte Bierkultur hat. Nachdem sich diesbezüglich aber auch in Österreich in den letzten Jahren wirklich viel getan hat, war es nicht nur ein Leichtes, in Wien isländisches Craft Beer zu bekommen, sondern auch passende österreichische Gegner. (Das Beerlovers in der Gumpendorferstraße ist einfach nur ein verdammtes Bieradies!)

Aber kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Die Österreicher sind mit folgender 1-1-1 Taktik aufs Spielfeld gegangen: Im Sturm das „Bierol Mountain Pale Ale“, im Mittelfeld das „Schnee-Wit Weissbier“ vom Erzbergbräu und in der Verteidigung vom selben Klub das „Noar Styrian Porter“. Die Isländer – in wunderschönen Trikots (wobei wir jedoch spätestens seit Franck Ribéry wissen, dass „schön“ keine Fussballspiele gewinnt!) – traten mit folgender Aufstellung an: Im Sturm das „Icelandic Arctic Pale Ale“, im Mittelfeld das „Icelandic White Ale“ und in der Verteidigung das grimmige „Icelandic Toasted Porter“. Alle drei Spieler kommen vom isländischen Spitzenklub Einstök.

Die Methodik der Analyse ist schnell erklärt: Nachdem ich mich ja sicher nicht dem Vorwurf der Subjektivität aussetzen möchte, wurden sämtliche Biere verhüllt, und die jeweiligen Mannschaftsteile wurden blind gegeneinander verkostet und verglichen. Die Auflösung folgte erst danach! Als Co-Analyst stand mir meine Frau zur Seite, die in den letzten zehn Jahren sicher mehr Bier getrunken, und vor allem viel mehr Fußball gesehen hat, als sie sich je in ihren kühnsten Träumen „erhofft“ hat. Naja, keiner hat gesagt, dass es leicht werden würde mit mir….

Die beiden Stürmer („Bierol Mountain Pale Ale“ vs. „Icelandic Arctic Pale Ale“) waren in Topform. Leichtfüssig, frisch, fruchtig und wirklich elegant. Wir waren beide begeistert, haben aber schnell unseren Favoriten entdeckt, da eines der beiden Biere dann doch noch mehr herausgestochen ist. Das „Mountain Pale Ale“ ist ein bemerkenswertes Bier, wo offensichtlich verschiedene – auch exotische – Hopfensorten verwendet werden, die für ein tolles Aroma sorgen. 1-0 für Österreich. (Kommentar der Co-Analystin: „Ein Bier wie eine Blumenwiese!“)

Das Mittelfeld war dann unterschiedlicher bestückt. Zum einen ein sehr helles Bier mit leicht zitronigen Aroma und ein etwas dunkleres Bier, das seine Aufregung nicht und nicht in den Griff bekommen konnte. Es schäumte wie verrückt, schmeckte aber sehr gut und konnte den hellen Gegner in die Schranken weisen. Wie sich herausstellte, holte das „Schnee-Wit Weissbier“ (gegen das“Icelandic White Ale“) das 2-0 für Österreich. In your „andlit“, Isländer!

In der Verteidigung traten dann zwei „schwarze Perlen“ gegeneinander an. Beide wirklich schwarz wie die Nacht, und beide ganz besondere Biere. Hier ist aber eines („Noar Styrian Porter“) durch eine recht lebhafte Säure (etwas negativer) aufgefallen. (Kommentar der Co-Analystin: „In sowas tauchen maximal die Engländer ihre Fischstäbchen ein!“) Das andere („Icelandic Toasted Porter“) war eine ganz runde und harmonische Sache: Kaffeearomen („wie ein Espresso“), malzig und etwas Bitterschokolade. Ganz, ganz bemerkenswert und – so ehrlich muss man sein – ein klarer Sieg für Island.

Endstand also 2-1 für Österreich. Damit können wir hervorragend leben, und ich freue mich schon auf die Vorbereitung auf unseren Achtelfinal-Gegner!

 

 

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