Wenn man in seinem beruflichen Alltag permanent von Juristen umgeben ist, dann kann es einem beim Namen „Weingut Juris“ schon mal schrecken. Der Name hat aber gar nichts mit Recht zu tun, sondern leitet sich vom Vornamen Georg (Spitzname „Juri“) ab, der seit Generationen in der Familie Stiegelmars in Gols häufig vorkommt.Inline-Bild 1

Einer der Vorteile aber, wenn man in einer großen Anwaltskanzlei arbeitet, ist, dass man manchmal durch Firmenaktionen Neues kennen lernen darf. So geschehen diese Woche, wo so eine Aktion meiner Frau und mir einen – eigentlich ohnehin schon längst geplanten – Abend im Restaurant Nascha`s am Wiener Petersplatz beschert hat.

Es gibt ja Menschen (z.B. meine Frau) die völlig entspannt und ohne, dass sie einen Auftrag zu erfüllen haben, in so einen Abend gehen. Und dann gibt es Leute wie mich. Ich sehe mir immer schon Tage davor die Websiten der Lokale an und gustiere ein wenig in der Menükarte. Richtig intensiv nehme ich mir aber die Weinkarte vor. Da wird mal „mit freiem Auge“ ordentlich ausgesiebt und die Auswahl an potentiellen Weinen massiv reduziert. Aus dieser „Shortlist“ wird dann mit der Zuhilfenahme verschiedenster Fachmedien „der Auserwählte“ gefunden. Diesmal war es eben ein St. Laurent Reserve 2012 vom Weingut Juris, der um wohlfeil kalkulierte EUR 36,- auf der Karte stand. Der Wein wurde von Falstaff und A la Carte mit jeweils 93 Punkten bewertet. Super Sache also!

Das Problem dieses intensiven Auswahlverfahrens ergibt sich dann allerdings oft vor Ort, wenn man die Weinkarte in die Hand bekommt, und diese plötzlich eine andere ist, als die auf der Website. Das kommt seltsamerweise ziemlich häufig vor und ist – für einen Freak wie mich – ein Ärgernis. Meiner Frau – gänzlich unbelastet – ist das natürlich egal. Sie will ja nur, dass ich einen guten Wein wähle (Druck!).

In dem konkreten Fall war das jedoch  insofern  kein Problem, weil statt dem 2012er halt der 2011er St. Laurent Reserve (zum selben Preis) angeboten wurde. Und wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass ein St. Laurent Reserve vom Weingut Juris jedes Jahr zu den Besten seiner Art gehört. Nicht umsonst ist dieser Wein regelmäßig unter den Top 3 St. Laurents bei der großen Falstaff Rotwein Prämierung. Völlig zu Recht! Die Stieglmars sind also  wahre St. Laurent Spezialisten (nicht nur!) und da braucht es wirklich keine Recherche. 

Der Wein war einfach super! Farblich natürlich viel dunkler als ein verwandter Pinot Noir, hat er mich aber geschmacklich sehr an einen solchen erinnert. Sehr fruchtig, würzig und kraftvoll, mit etwas Tannin und Holz unterlegt war er auch für meine Menüauswahl (Entenleber als Vorspeise und Angus Steak „medium rare“ als Hauptspeise) die perfekte Wahl! So, wie sich dieser Wein aktuell präsentiert ist er aber auch in 10 Jahren noch fantastisch.

Fazit: Es war ein sehr netter, romantischer und kulinarisch feiner Abend, mit einem ganz tollen Wein und der wunderbarsten Begleitung überhaupt!