Ich habe auf Weinroulette mittlerweile schon (aus meiner Sicht) unglaubliche 50 Beiträge verfasst, und es macht mehr Spaß denn je. Stolz habe ich gerade ein wenig im Archiv geblättert, und dabei  ist mir  aufgefallen, dass ich noch keinen Beitrag über die Wachau und ihre Winzer veröffentlicht habe. Das muss rasch geändert werden, und es trifft sich ausgezeichnet, dass ich kürzlich einige tolle Smaragd-Weine verkostet habe.Inline-Bild 1

Ich möchte hier aber nicht über die „Stars“ der berühmtesten Weinregion Österreichs schreiben, denn das tun ohnehin viele andere sehr, sehr oft. Völlig zu recht, da F.X. Pichler, Hitzberger, Knoll, Prager und Co. nun einmal Weine von Weltrang produzieren.

Allerdings – ohne blasphemisch sein zu wollen – überfordern mich diese, oftmals mit hohem Alkoholgehalt versehenen, ausladenden und beinahe übermächtigen Granaten manchmal. „Schuld“ daran, ist der Umgang mit Botrytis. Jene Edelfäule, die die Schalen der Beeren perforiert und somit durch Feuchtigkeitsverlust die Konzentration und den Zuckergehalt des Safts enorm erhöht. Den daraus resultierenden „Botrytiston“ im Wein (der Prädikatsweine auszeichnet) habe ich vor 10 Jahren auch bei trockenen Weissweinen noch sehr geschätzt. Mittlerweile finde ich diesen eher störend.

Ich glaube auch, dass ich mit meiner geschmacklichen Entwicklung nicht alleine dastehe, denn es gibt in der Wachau gottseidank eine Reihe an Winzern die gänzlich auf Botrytis verzichten und trotzdem – oder gerade deswegen – fantastische Weine erzeugen. „Geradlinig, reduziert, ehrlich oder puristisch“ sagen dazu die Fachjournalisten. „Weiter so!“, sage ich!

Einer dieser Winzer ist Erich Machherndl, der in Wösendorf eben solche wunderbaren, geschmacklich klaren – botrytisfreien – Wachauer Weine erzeugt. Aus seinem Repertoire habe ich kürzlich einen Grünen Veltliner Smaragd „For Friends Only“ 2013, einen Riesling Smaragd Ried Kollmitz 2013 und einen Pinot Blanc Smaragd Ried Kollmitz 2013 ins Glas bekommen. Was sofort auffällt, und diese Weine für mich so besonders macht: Unglaubliche Tiefe, und dennoch schlank! Und am allerwichtigsten: sehr sortentypisch! Der Veltliner hat eine wunderbare Würze, ist – obwohl knochentrocken – mit schöner Frucht unterlegt und wird auch noch in vielen Jahren richtig Spaß machen! Genauso der Riesling mit einem schönem Süße-Säure-Spiel und Steinobst am Gaumen, und – last but not least – der ganz feine Pinot Blanc, der mich – obwohl ich gar nicht so der PB Freund bin – sehr überzeugt hat. 

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Wie gut diese Weine nach ein paar Jahren Lagerung sein werden, lässt sich derzeit nur erahnen. Ich bin aber davon überzeugt, dass diese erst dann ihr komplettes Potential zeigen werden. Wie aber der 2006er Grauburgunder heute schmeckt, werde ich bald erfahren. Ein Freund hat ein paar Flaschen im Keller und mich schon zur Verkostung eingeladen. Ich freue mich!