Was haben ein italienischer „Supertuscan“ und ein chilenischer Carmenere Reserva gemeinsam? Eigentlich nicht viel, mal davon abgesehen, dass mir beide den gestrigen Feiertag versüßt haben! Inline-Bild 1

Ich bin ja auf willhaben.at ein echter „Superuser“! Dennoch sind mir schon mehrmals wirklich tolle Schnäppchen (z.B.: eine Kracher Grand Cuvee 199er Magnum um 50 EUR oder ein 2011er Paket aus 2x Steinzeiler, 3x Paul Achs Pannobile und drei weiteren roten Burgenländern um 125 EUR) ganz knapp durch die Lappen gegangen. 

Ähnliches befürchtete ich schon, als vorgestern ein Tignanello 2012 um 40 EUR eingestellt wurde. Nachdem das doch knapp 50% unter dem Marktwert dieser Weinlegende ist, war ich in heller Aufregung. Ich habe die Verkäuferin sofort angeschrieben bzw. versucht sie anzurufen. Leider erfolglos. Ich wollte die Flinte (wegen vermeintlicher Sinnlosigkeit) schon ins Korn werfen, dann aber kam der Rückruf und schnell war eine Übergabe an der Mariahilferstraße vereinbart. Als mir die nette Dame dann auch noch nicht auf einen Fünfziger rausgeben konnte und sich mit 37 EUR zufrieden gegeben hat, war mein Glück perfekt. Mein erster Supertoskaner!

Den ersten – zugegebenermaßen stillosen – Impuls („auf mit der Flasche und rein in den Schlund“) konnte ich gotteseidank unterdrücken, dennoch war ich aufgrund der Ereignisse weintechnisch ziemlich „spitz“. So musste ein Weihnachtsgeschenk herhalten um meine Lust zu befriedigen und Platz im neuen Weinklimaschrank zu schaffen. Ein chilenischer „Carmenere Reserva 2012“ vom Weingut Caliterra, der – so ehrlich muss man sein – dann zur Salamipizza auch besser gepasst hat, als es wohl der Tignanello getan hätte! Dieser ist vorerst mal im Weinklimaschrank verwahrt und damit in – relativer – Sicherheit.

Der Carmenere Reserva war ein recht dunkler, süffiger und beeriger Wein der auch zu einem Steak sehr gut gepasst hätte. Die mir – bis dato – nicht wirklich bekannte Rebsorte Carmenere kommt eigentlich aus Frankreich, ist dort aber nach dem Reblausbefall Mitte des 19. Jahrhunderts praktisch gänzlich von der Bildfläche verschwunden. In Chile erlebt der Carmenere seit den 90er Jahren des letzen Jahrhunderts einen großen Aufschwung, da man von dort aus diesen Wein weltweit exklusiv in nennenswerten Mengen anbieten kann. 

Auch das Weingut Caliterra ist durchaus interessant. Es wurde in den 90er Jahren als Joint Venture von Robert Mondavi und Eduardo Chadwick (Eigentümer des renommierten chilenischen Weinguts Viña Errázuriz) – der mittlerweile das riesige Weingut (mit mehr als 1000 Hektar) aber alleine führt – gegründet. 

Fazit: Obwohl er ein Geschenk war, weiß ich ungefähr, was der Carmenere Reserva kostet und kann ihn somit als echten Preis-Leistungs-Kaiser empfehlen! Und über den Tignanello werde ich gesondert berichten!