Der Weihnachtsabend hatte es diesmal für mich wirklich in sich. Nicht nur, dass der heurige Stargast einen fulminanten Auftritt hingelegt hat, nein, das Christkind hat mir auch einen längst fälligen und schwer verdienten Weinklimaschrank beschert. 

Aber der Reihe nach. Wie schon letzte Woche berichtet, haben wir für den Weihnachtsabend heuer einen Chateauneuf du Pape „Cuvee Laurence“ von der Domäne Pegau aus dem Jahre 1989 gekauft. Allein dieser Umstand löste bei mir eine große Vorfreude und Nervosität aus. Was ist wenn er korkt? Hoffentlich hat er den Versand gut überstanden? Internetbetrüger? Wie gehe ich mit dem Wein um? Das sind nur einige der Fragen, die mir am 24.12. durch den Kopf gegangen sind.

Nach stundenlangem Herumstreichen und Flaschestreicheln war es dann endlich so weit. Bescherung!! Ich hab die Flasche – wie mit dem kundigen Verkäufer zuvor abgesprochen – rund eine Stunde vor der eigentlichen Bescherung geöffnet und kurz gekostet. Ein wenig herb und zurückhaltend, die alte Dame. Die Flasche war laut Verkäufer jahrelang in einem kühlen Keller gelagert und brauchte definitiv noch Luft. Also rein in den Dekanter und abwarten.

Zum Verkürzen der Wartezeit gab es dann wenigstens gleich die Geschenke. Hier muss ein wenig ausgeholt werden. Seit Jahren gibt es zwischen meiner Frau und mir ein Hin und Her, was meine Wünsche zu diversen Gelegenheiten betrifft. Vor jedem Anlass wünsche ich mir einen Weinklimaschrank, einen Hund oder einen Vakuumierer (für sous-vide Gerichte natürlich)! Meine Frau wiederum will drei Dinge „sicher nicht im Haus haben“: einen Weinklimaschrank, einen Hund und einen Vakuumierer (O-Ton: „Bei uns ist eh schon alles voll mit lauter Weinflaschen!“).

Offensichtlich höhlt der stete Tropen aber doch den Stein (oder es gibt das Christkind wirklich), da in einem riesigen Paket heuer ein Weinklimaschrank für mich unter dem Baum lag. Juhuuu! Ich habe in der Sekunde begonnen mir schon Hundenamen fürs nächste Jahr auszudenken!

Aber nun zurück zu Laurence, die mir dann noch den Rest des Abends versüßt hat. Die Stunde im Dekanter hat wahre Wunder gewirkt. Meine Frau und ich waren hin und weg und diskutierten, ob das nun der beste Weihnachtswein bisher war. Er nahm es immerhin mit einem sensationellen Mouton Rothschild 1988, den wir 2009 als ersten Weihnachtswein getrunken haben, auf. Unglaublich wie jugendlich, kraftvoll und charakterstark ein so alter Tropfen sein kann. Chapeau, Madame Laurence!

Der von mir sehr geschätzte Wineterminator hatte also auch diesmal recht, indem er im November über diesen Wein schrieb: „Ein großer Chateauneuf, einfach sexy mit reifen, süßen Tanninen, würzig, mit schöner Fülle und wunderbarer Länge, ein Wein zum Verlieben.“

Einsatz: 149 EUR
Gewinn: Jeden verdammten Cent wert!