Unlängst ist mir in einem gehobenen Wiener Gasthaus beim Blick in die Weinkarte ein – mir bisher unbekannter – Wein schon aufgrund seines interessanten Namens sofort ins Auge gesprungen, ein „Pamhogna 2011“ vom Weingut Andert. Auf meine Rückfrage hin konnte mir der sehr gut informierte Sommelier  in wenigen Sätzen erklären, dass die Weine der Brüder Michael und Erich Andert aus dem burgenländischen Pamhagen etwas „anders“ sind. Na wenn das mal kein Fall für den Chef de table ist!Inline-Bild 1

Der Pamhogna 2011 ist eine Cuvee aus Zweigelt, Sankt Laurent und etwas Cabernet Sauvignon, und hat sich als sehr guter Speisenbegleiter entpuppt. – Hat perfekt zu dem von mir bestellten (ausgezeichneten) Rinderfilet gepasst und beim Trinken Lust auf mehr gemacht. Stilistisch war der Wein sehr „kühl“ und elegant  und damit doch ganz anders als sehr viele der eher üppigen und fetten 2011er.

Die Philosophie des Weinguts Andert orientiert sich stark am Motto „im Einklang mit der Natur“, und so versucht man als biodynamischer Demeter Betrieb ganz natürliche Weine mit Charakter zu erzeugen. Das finde ich sehr gut, und das liegt – so ehrlich muss man sein – auch voll im Trend.

Schwieriger wird es für mich jedoch, wenn es um das Thema „Natural Wine“ geht. Ein bis zu einem gewissen Grad sehr gelungener Marketing-Gag, durch den – aus meiner Sicht – komisch bzw. teilweise sogar fehlerhaft schmeckende Weine für sündteures Geld an den Mann gebracht werden. Als marktwirtschaftlich denkender Mensch ist das für mich aus Sicht der Winzer zwar nachvollziehbar, für meine Brieftasche und meinen Gaumen ist das aber definitiv nichts.

Somit ist ist auch der Andert Zweigelt „mitohnealles“ für mich ein ziemlicher Grenzfall. Der heißt nämlich so, weil man gänzlich auf sämtliche Zusätze (wie z.B. sogar auf Schwefelung) verzichtet. Das Resultat ist aber dennoch erwähnenswert: Denn da kommt ein interessanter – sicher aber auch polarisierender – Zweigelt daher, der (wie schon der Pamhogna 2011) ebenfalls schlank und elegant ins Glas und in den Mund kommt. 

Fazit: Die Andert-Weine sind sicher kein Mainstream sondern ein Minderheitenprogramm – aber das ist ja so auch beabsichtigt. Wer um relativ wenig Geld (beide Weine kosten knapp über 10€) etwas besonderes – außerhalb der „üblichen vinophilen Trampelpfade“ – verkosten möchte, dem kann man diese Weine nur ans Herz legen.
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