Gänse haben es derzeit wirklich nicht leicht. Typen wie ich warten hocherfreut das ganze Jahr auf diese speziellen Tage im November rund um Martini, wo das – eigentlich wirklich sehr lieb aussehende, dafür im persönlichen Kontakt dann relativ uncharmante – Federvieh in den heimischen Küchen landet. Ich liebe Gansl, und so ist es jetzt auch kein großer Zufall, dass ich mir dieses auch heuer in den letzten Tagen in vielfältigster Weise zu Gemüte geführt habe. Inline-Bild 1

Begonnen hat alles recht harmlos und eigentlich ganz unverhofft bei einem Seminar im wunderschönen herbstlichen Gamlitz am Donnerstag. Ich war ein wenig zu früh dran, und habe die unglaublichen sonnigen 18 Grad noch für einen kleinen Spaziergang genützt. Ich war noch keine 5 Minuten unterwegs, als mir schon vier Gänse über den Weg gelaufen sind. Haha, was für ein Zeichen! Ich hab noch überlegt, ob es sich dabei um den Henkers-Spaziergang (der Gänse, nicht von mir!) handelt. Auf jeden Fall hat sofort mein Magen geknurrt…

Gamlitz

Opus Ex

Beim Abendessen im Jaglhof (2 Hauben) wurde dann tatsächlich Gans serviert. Aber nicht traditionell, sondern als wunderbare Füllung der Raviolis in der Maronicremesuppe. Ein Gedicht. Dazu getrunken habe ich einen 2007er Opus Eximium aus dem Hause Gesellmann. Der hatte einen ganz leichten Korkfehler, wurde aber von meinem Chef (= Zahler der ganzen Chose) aber beim Kosten als fantastisch bezeichnet. Nachdem man bekanntlich seinem Chef vor versammelter Mannschaft in solchen Dingen nicht widersprechen sollte und man überhaupt einem geschenkten Barsch nicht in den ….. schaut, hat das trotzdem sehr gut gepasst, da der Korkfehler auch nur ganz leicht und kaum merkbar war.

Ostarrichi

Am Freitag war dann der erwartete Höhepunkt der diesjährigen Ganslfestspiele mit unserem traditionellen Ganslessen bei Markus Schuller in Neuhofen. Als Vorspeise gab es – die noch traditionellere,  da bereits in meiner Sturm und Drang Zeit als Jugendlicher des öfteren spät nächtens beim „Weinschuller“ von mir verspeiste – Gänseleberpastete von Gerti Schuller. Ganz ehrlich, die ist einfach gut. Aber auch die Schuller´sche Gans (siehe Titelbild) ist jedes Jahr wieder die „beste Gans der Saison“. Getrunken habe ich dazu den nigelnagel neuen Chardonnay Groß Adlersberg 2014, der zu 50% im neuen Holz ausgebaut ist. Gefällt mir außerordentlich gut. Dazu dann auch den ebenfalls ganz frisch gefüllten Ostarrichi 2011 der zeigt, was dieser Jahrgang alles zu bieten hat. Ein geiles Teil!

preh
Am Samstag bin ich dann ganz unerwartet nochmals zu einer herrlichen Gänseleberterrine gekommen. Bei der Geburtstagsfeier meiner Cousine in der Kothmühle wurde diese als Teil der Jause serviert. Als ob es die tausenden Gänse-Kalorien der letzten beiden Tage nicht gegeben hätte, hab ich mich wieder darauf gestürzt als wäre erst der 10. November (und nicht der 14.). Begleitet wurde dieser Genuß von einem wunderbaren Gourmetmost der Mostbarone: einem Preh!

Fazit: Obwohl ich seit Tagen ein ziemliches Sättigungsgefühl habe, können die Gänse dieses Landes noch lange nicht aufatmen. Immerhin steht ja noch Weihnachten vor der Tür!