1986 war aus vielerlei Hinsicht ein unglaublich spektakuläres Jahr. Bei mir – als damals 10-jährigem Jungspund – hat sich vor allem die Challenger-Katastrophe und der Reaktorunfall in Tschernobyl ins Gedächtnis gebrannt. Auch die Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten und die Ausrufung von Perestroika und Glasnost in der UdSSR waren spannende Momente. Aber nicht nur für mich, sondern auch für den Österreichischen Wein war das Jahr 1986 absolut denkwürdig. 

Es war das „Jahr 1“ nach den unglaublichen Erschütterungen, die der Glykolwein-Skandal 1985 in Österreich ausgelöst hat. Österreichische Winzer hatten ihre Weine mit Diethylenglykol versetzt und gemeinsam mit deutschen Weingroßabfüllern gepanscht an die Kunden gebracht. Der Skandal – den ich als Spross einer Gastronomiefamilie recht hautnah mitbekommen habe – war enorm, der Ruf war weltweit ramponiert und das Vertrauen in den österreichischen Wein massivst erschüttert. Die Folge waren Haftstrafen für einzelne Winzer, ein neues – äußerst strenges – Weingesetz und entsprechende Kontrollmechanismen.

Der Rest ist Legende. In den letzten 30 Jahren hat sich Österreich zu einer kleinen Wein-Weltmacht gemausert. Der Weinskandal hatte ganz bestimmt eine äußerst positive Wirkung auf das Qualitätsbewusstsein bei Winzern und Konsumenten. Ihn jedoch als alleinigen Grund für den Aufschwung der österreichischen Weinwirtschaft zu bezeichnen, ist aber sicher etwas verfehlt. Denn schon vor 1985 hat es in Österreich Winzer gegeben, die massiv auf Qualität statt Quantität gesetzt und sich an internationalen Top-Betrieben orientiert haben.

Einige dieser Winzerpersönlichkeiten waren Hans Igler, Emmerich Knoll, Anton Kollwentz und nicht zuletzt Ernst Triebaumer, der mit dem Marienthal 1986 den ersten österreichischen Rotwein von Weltgeltung erzeugt hat.

Das österreichische Rotweinwunder war geboren….

Ich selbst habe den Marienthal 1986 einmal in Händen gehalten, näher bin ich ihm aber leider bisher noch nicht gekommen!. Ein Pinot Noir Barrique 1986 von Hans Igler ist mir auf willhaben.at heuer ganz knapp durch die Lappen gegangen. Vorgestern konnte ich aber – geleitet von unendlicher Romantik, Optimismus und Sentimentalität – endlich einen „Herrschaft Thal Wachau“ Barrique 1986 von den Freien Weingärtnen Wachau erwerben.

1986er

Obwohl der Jahrgang 1986 als hervorragender Rotweinjahrgang gilt, kann man nicht davon ausgehen, dass der ausgezeichnete Wein von damals heute noch sehr viel Trinkspaß bereiten kann. Außer es ist der besagte Blaufränkisch Marienthal 1986 (aus einer sehr gut gelagerten Magnum), aber ganz sicher nicht ein Wachauer Rotwein (auch, wenn dieser im Barrique ausgebaut wurde). So war es dann leider auch mit dem „Herrschaft Thal Wachau“. Mausetot!

Was lerne ich daraus?

bart-simpson-generator

PS: Die Simpsons haben es übrigens erst 1987 ins Fernsehen geschafft…