Ich habe ja letzte Woche von meinem möglichen Jackpot (LINK) berichtet. Wenn man um einen Lotto-Jackpot mitspielt, erwischt man sich immer wieder bei diversen Tagträumen, in denen man bereits plant, was man mit dem zukünftigen Gewinn anstellen wird. Ähnlich ging es mir mit meinem Weinpaket aus Italien. Ich hatte schon mit legendären Super-Tuscans spekuliert, aber ähnlich wie beim Lotto folgte dann ebenso rasch die Ernüchterung.

Bei der ersten Durchsicht der Flaschen war nämlich schnell klar, dass keine Tignanellos, Ornellaias oder Sassicaias dabei sind, sondern alle Flaschen aus der Region Apulien stammen. Eine Region die ich bisher weder bereist noch weintechnisch erschlossen habe. Nicht unspannend, denke ich mir, und auch die Etiketten der Flaschen gefallen mir durchaus gut, was mir mindestens so wichtig ist wie das Cover bei Büchern.

Die erste Flasche, die ich aufgemacht habe, war ein „Sepala 2002“ vom Weingut Miali. Kork und Füllstand perfekt, was schon mal ein gutes Zeichen ist. Der Wein aber braun, in der Nase Sherry und im Geschmack einfach kaputt. Wunderschönes Etikett hin oder her. Ein Schluck, ein verzogenes Gesicht und ab in den Ausguss.

Der zweite Versuch dann mit einem „Primitivo di Manduria 2003“, ebenfalls von Miali. Die angegebenen 14% Alkohol haben mir etwas Hoffnung gemacht, dass dieser Wein vielleicht noch Trinkspaß bieten würde. Es war auch eine deutliche Steigerung zum Sepala (keine große Kunst!), aber – für mich – auch längst über dem Zenit. Ein Hauch von Leben und Klasse war noch erkennbar, aber über zwei Glas sind wir nicht hinaus gekommen. Rest wieder in den Abfluss.

Ich war – ehrlich gesagt – schon ein wenig verzweifelt, ob ich hier nicht vielleicht komplett daneben gegriffen habe.

Gestern Abend dann wieder neues Spiel, neues Glück! Flasche drei war ein „Angelo Primo 2003“ von der Cantine Paradiso. Nur ganz leichte Braun- und Alterstöne im Glas, und im Gegensatz zu den beiden Nieten davor auch noch mit Frucht und vor allem einer schönen Säure, der dieser Wein ganz offensichtlich ein längeres Leben verdankt. Lediglich eine anstrengende Arbeitswoche hat verhindert, dass die Flasche ganz getrunken wurde.

Bisheriges Fazit:

Einsatz: 1€ + 1€ + 1€
Gewinn: 0 + 1 + 2

Also durchaus noch ausbaufähig, aber die Tendenz geht zumindest leicht nach oben und es warten ja noch 17 weitere Flaschen. Wenn der geneigte Leser, hier aber keine weiteren Berichte aus Apulien zu lesen bekommt, dann gibt es ausschließlich betrunkene Ratten in der Wiener Kanalisation.

Werbeanzeigen