Es gibt bei mir zuhause beim Thema Wein ein äußerst sensibles Gleichgewicht der Kräfte, das schon mal an die Zeiten des kalten Krieges erinnern kann. Wenn zuwenige Weinflaschen im Haus sind, wird der Autor dieser Zeilen ziemlich nervös. Wenn aber die Anzahl der Weinflaschen ein gewisses (aus meiner Sicht höchst lächerliches) Maß übersteigt, dann wird meine Frau leicht (wirklich nur leicht!) unentspannt.Inline-Bild 2

Nachdem ich in den letzten beiden Monaten aufgrund von Weinroulette einige, auch umfangreichere, Weinpakete über diverse Plattformen erworben habe, muss ich ehrlich gestehen, dass dadurch dieses sensible Gleichgewicht etwas durcheinander geraten ist. Das ging sogar soweit, dass ich genötigt wurde, etliche der Flaschen in unserem Kellerabteil zu lagern! Ein unhaltbarer Zustand aus meiner Sicht! Wieso? Na, so halt!

Nachdem sich in meinem Freundeskreis einige beneidenswert trinkfeste Personen befinden, war des Problems Lösung schnell gefunden: Ich stelle mich hinter (oder doch eher vor) den Herd, bereite ein schmackhaftes Abendessen und wir „killen“ einige „bottles“, damit es eben zu keinen schwerwiegenden Folgen für meine Ehe kommt. „Drinking for peace“, war also das Motto des Abends. 

Gottseidank hat man mir als Gastgeschenk keinen Wein mitgebracht (wird wohl daran liegen Link), sondern Devotionalien aus Wien XIV, in wunderbarem grün-weiß gehalten! Perfekt!

Einen grandiosen Start der Abrüstungsparty bildete der – frisch gekaufte – Schilchersturm vom Graben (Link), gefolgt von einem Gemischten Satz 2014 vom Mayer am Pfarrplatz und einem Urgesteinsriesling 2012 aus dem kanadischen Schmetterlinkspaket (Link). Eine Herausforderung, der wir nicht gewachsen waren, war der Grüne Veltliner 2006 aus dem „Post-Paket“ (Link). Der war einfach kaputt. (Die vier Wege zum Postamt in Wien 1 hätte ich mir also auch sparen können. Aber wer konnte das schon wissen. Wenigstens hat es meinen Waden gut getan!) Dazwischen haben wir auch noch zwei der drei B.Engel für Rupert (Link u. Link) vernichtet.

Ganz besonders interessant war ein Soave 2009 (ebenfalls vom Schmetterlingspaket). Von der ursprünglichen Frische war überhaupt nichts mehr zu spüren. Der Wein war eher Sherry-artig von Geruch und Geschmack und wirklich nicht unsere Sache. Aber einer meiner Freunde hat wohl innerlich gesummt „Take me to the magic of the moment – On a glory night“ und daraufhin beschlossen, sich allein um die Flasche zu kümmern. Aus Protest, und auch um ein Zeichen zu setzen! Peace!

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