Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor mehr als 10 Jahren bei einer Weinverkostung im damaligen S.A.S. Hotel am Ring zum ersten Mal auf die Sekte des Hauses Steininger aufmerksam geworden bin. Damals noch ein ziemlicher Jungspund, konnte ich mit dem Thema Sekt noch herzlich wenig anfangen. Inline-Bild 1

Oder anders gesagt: Schaumwein hat als besonderes Genussmittel damals de facto nicht stattgefunden. Ja, vielleicht beim Anstoßen in der Firma, wenn ein Kollege Geburtstag hatte, aber selbst da hatte die Flasche sehr häufig auch nur einen Plastikstoppel. So habe ich damals auch die Steininger Sekte verkostet und mir gedacht „eh nicht so schlecht„, aber mein Genussverhalten hat sich dadurch dennoch nicht verändert. Ich war einfach noch nicht reif genug.

Einige Jahre später hat der Genuss des prickelnden Weines mit den üblichen Verdächtigen aus der Champagne auch bei mir Einzug gehalten (meine Frau hat da eine nicht zu unterschätzenden Rolle gespielt!). Zusätzlich unterstützt wurde meine diesbezügliche Sozialisierung vom seit Jahren herrschenden Boom an österreichischem Winzersekt. Wirklich erstaunlich, was sich da in den letzten Jahren bei uns getan hat und welchen Einfluss das auch auf das Trinkverhalten hatte. Plötzlich war es absolut üblich und in, auch mal zum Essen Schaumwein zu trinken.

Einer der Vorreiter für diesen Trend war sicherlich das Weingut Steininger, dass sich schon vor Jahrzehnten auf reinsortige Winzersekte spezialisiert hat. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ich nun just in der Arbeit die Gelegenheit hatte, deren Flaggschiff, den Grüner Veltliner 2009 Steinhaus, verkosten zu dürfen. [Einer der Vorteile, wenn man einen Wein-Blog schreibt ist, dass man dann per definitionem irgendwie als Experte gesehen wird und somit hin und wieder um Rat (in diesem Fall, ob Champagner oder doch österreichischer Winzersekt bei einer großen kommenden Veranstaltung verwendet werden soll) gefragt wird!]

Was für ein bemerkenswerter Sekt! Wunderbarer Geschmack, irgendwie richtig cremig, und ganz sicher ein fantastischer Speisenbegleiter. Zwar definitiv kein Schnäppchen, ist er aber natürlich auch nicht wirklich für Zwischendurch gedacht, sondern für einen besonderen Anlass (und mit 37€ gegenüber der Konkurrenz aus Frankreich noch immer preislich ok).

Ach, wie bin ich froh über meine Sozialisierung, und dass Plastikstoppel keine Rolle mehr in meinem Leben spielen…

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Gewinn: die Erkenntnis, dass ich erwachsen geworden bin…ok, fast!