Eigentlich ist es ja eine vinophile Schande, wenn man – obwohl man von sich behauptet ein Chardonnay-Liebhaber zu sein – von „Chablis“ relativ wenig Ahnung hat. Denn wo sollen denn Weine dieser Burgunder-Rebsorte so richtig gut werden, wenn nicht in Burgund? Eben!

Chablis ist das nördlichste Weinbaugebiet in Burgund, und es wird dort ausschließlich Chardonnay angebaut. Sonst nichts! Damit den Winzern aber nicht fad wird, schöpfen sie das gesamte Potential dieser Sorte aus und bieten eine Vielzahl verschiedener Weine mit gänzlich unterschiedlichen Charakteren an. Typisch Frankreich werden diese dann auch in verschiedene Qualitätsstufen unterteilt. Vom frisch, fruchtigen Petit Chablis, über AOC Chablis und den Lagenweinen Chablis Premier Crus bis hin zur höchsten Kategorie, den Chablis Grand Crus.

Warum ich nun darüber schreibe? Im Weinpaket, in dem sich auch der kleine süße kanadische Schmetterling befand, war auch ein AOC Chablis Le Finage 2009 der Winzergenossenschaft La Chablisienne.

Wer jetzt bei Winzergenossenschaft gleich an Weine mit etwas verminderter Qualität denkt, ist hier am falschen Dampfer. Seit 1923 beweist La Chablisienne, dass sie ausgezeichnete Weine produziert.

2009 war ein ausgezeichnetes Weinjahr in Burgund, und das merkt man beim Le Finage sofort. Charmant, mit Biss und ein wenig cremigen Schmelz, fast ölig. Einfach.nur.gut! Auch meine Frau war begeistert, und die hat es normalerweise gar nicht so mit Weißweinen (Banausin!). Wenn ich mir dann überlege, wie erst ein Chablis Grand Cru schmecken könnte, komme ich ins Schwärmen und weiß gleichzeitig, dass ich – als selbsternannter Chardonnay-Liebhaber – eigentlich NOCH gar keine Ahnung habe…

Einsatz: 3€
Gewinn: 1-5, Dieser Einsatz hat sich wirklich ausgezahlt!!