Man lernt wirklich nie aus! Wenn man mich noch vor einigen Tagen gefragt hätte, woran ich bei „Wein aus Übersee“ denke, dann hätte ich wohl Napa Valley, Sonoma, Chile, usw. geantwortet. Aber ganz sicher wäre mir diesbezüglich niemals Kanada eingefallen.

Umgekehrt kommen mir bei „Kanada“ irgendwie Braunbären, Ahornblätter und Eishockeyspieler als erste Assoziation in den Sinn, aber ganz sicher kein Weinbau.

Wieder einmal erweitert also mein kleines Internet-Projekt meinen offensichtlich beschränkten Horizont, da ich erst durch ein kürzlich auf willhaben.at eingestelltes Weißweinpaket (2x Österreich, 1x Frankreich, 1x Italien und eben 1x Kanada) auf den Umstand aufmerksam gemacht worden bin, dass in Kanada nennenswerter Weinbau passiert. Gesamtpreis des Pakets: 15€, also ruck zuck zugeschlagen. (Über die anderen Weine wird dann noch zu berichten sein.)

Die Recherche für diesen Beitrag hat mich dann noch mehr überrascht. Auch wenn die Anbauflächen relativ klein sind (knapp 10.000 Hektar), ist Kanada zum Beispiel der weltweit größte Produzent von Eisweinen („icewine“), die auch schon internationale Achtungserfolge erzielt haben. 

Der betreffende Wein, den ich mir vorgenommen habe, ist ein „Pelee Island Winery – Monarch Vidal VQA 2006″. Der Name kommt von den Monarch Schmetterlingen, die auch das Etikett zieren und jedes Jahr in Pelee Island zu Gast sind (und dann Richtung Mexiko abzischen). Es handelt sich dabei um einen Weißwein bestehend aus den mir bisher gänzlich unbekannten Rebsorten Vidal und Geisenheim.  Pelee Island ist – wie jedes Kind weiß – eine Insel im Eriesee und der Ausgangspunkt des modernen Weinbaus in Kanada. Wenn man auch noch bedenkt, dass diese Insel ungefähr auf der Höhe von Rom liegt und es dort im Juli eine durchschnittliche Höchsttemperatur von mehr als 27 Grad hat, wundert einen der Weinbau nicht mehr. Nachdem das hier aber kein Geographie-Blog ist und bekanntlich niemand Klugscheisser mag, widme ich mich nun aber lieber wieder dem Wein.

Die schon sehr dunkelgelbe Farbe deutet zwar darauf hin, dass der Wein seinen Zenit schon etwas überschritten hat, aber die Schmetterlinge sind noch längst nicht Richtung Mexiko unterwegs. Schon längst keine Raupe mehr, hat der Wein noch immer eine feine Fruchtsüße und kommt ohne Ecken und Kanten daher. Macht Lust auf mehr und weckt meine Neugierde auf den kanadischen Eiswein!

Einsatz: 3€
Gewinn: 1-1, wirklich sehr interessant, und allein das Wissen, das ich durch diese Geschichte erlangt habe war die 3€ mehr als wert (vor allem, wenn man von Armin Assinger mal gefragt werden sollte, welches Land denn der größte Eiswein Produzent weltweit sei)!

PS: Ich habe keine Ahnung, wie ein kanadischer Schmetterling pinkelt, aber wahrscheinlich dunkelgelb und süßlich!