Die sehen ja sehr süß und unschuldig aus, die beiden Raffael-Engel! Nachdem ich mir ja schon den französischen Vertreter der drei Bio-Engel für Rupert vorgenommen habe, wollte ich nun wissen, ob der Conterocca 2013 auch so harmlos wie die Engel der „Sixtinischen Madonna“ – und somit auch ein würdiger Bio-Vertreter Italiens – ist.

Der Wein stammt aus der Maremma Region, dem südlichsten Teil der Toskana und ist mit 90% Sangiovese ein durchaus typischer Wein dieser Region. Bemerkenswert sind die 10% Ciliegiolo (Ciliegia = Kirsche), einer immer seltener werdenden italienischen Rotweinsorte, die farblich und geschmacklich an Kirschen erinnert. Produziert wird der Conterocca vom Weingut Salustri, das rund 30 Kilometer südlich von Siena in den Hügeln von Poggi del Sasso liegt und seine Weine streng biologisch erzeugt.

Nachdem es in Wien in den letzten Wochen sehr heiß war, hab ich den Wein sicherheitshalber im Kühlschrank gelagert und – zugegebenermaßen – war er dann beim ersten Schluck noch zu kühl (Geduld ist leider nicht meine ganz große Stärke). Dieser erste Schluck war nämlich nicht berauschend. Kaum Frucht, dafür ziemlich herb. Spaßfaktor gleich null. Mit einigen Grad Celsius mehr ist die Sache dann zwar etwas runder und fruchtiger geworden, aber es gilt auch hier das Sprichwort: „Man bekommt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!“

Es mag ein wenig unfair sein, aber hier kommt mein Vorurteil, dass „Bio“ manchmal an kratzige Pullover und Achselhaare erinnert, leider durch.

Da ich aber noch zwei Flaschen habe, verspreche ich – natürlich komplett vorurteilsfrei – dem Wein noch eine Chance zu geben.

Einsatz: 3,90€
Gewinn: 1-1, Man bekommt was man bezahlt